BVB: Watzke schließt Spielerverkäufe nicht aus

In einem Interview äußert sich Hans-Joachim Watzke zu möglichen Spielerverkäufen, der Finanzlage von Borussia Dortmund und seinem geplanten Abgang nach Vertragende 2022. Außerdem rechtfertigt er die Verteilung der TV-Gelder und spricht kritisch über 50+1.

Hans-Joachim Watzke ist Geschäftsführer beim BVB
Hans-Joachim Watzke ist Geschäftsführer beim BVB ©Maxppp

Borussia Dortmund will es trotz der anhaltenden Corona-Krise vermeiden, Leistungsträger abzugeben. Im Interview mit dem ‚Handelsblatt‘ sagt Hans-Joachim Watzke jedoch auch, er wolle „inmitten einer Pandemie mittlerweile gar nichts mehr“ ausschließen. Man werde nicht „auf Teufel komm raus bei Banken nach Kreditlinien fragen“, um Spieler zu halten. Weiterhin solle Wert auf eine gute Balance gelegt werden, die zum einen eine starke Mannschaft, gleichzeitig aber auch die wirtschaftliche Stabilität garantiere.

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Dass der BVB lediglich 26,7 Millionen Euro Verbindlichkeiten seit Beginn der Krise angehäuft hat, zeige die „große wirtschaftliche Stärke“ des Vereins. Sobald man wieder vor Zuschauern spielen könne, funktioniere das eigene Geschäftsmodell, so Watzke, der sich zudem nicht positiv zur möglichen Abschaffung der 50+1 Regel äußert. Durch die Pandemie seien „die finanziellen Sorgen dort besonders extrem, wo 50+1 nicht gilt.“

Abgang 2022 nicht in Stein gemeißelt

Eine erneute Umstrukturierung der Vergabe von TV-Geldern hält Watzke für unnötig. Die derzeitige Vereinbarung sei noch „sehr frisch“ und er habe den Eindruck, „als könne die deutliche Mehrheit der Liga mit dem aktuellen Kompromiss gut leben.“ Dass die Borussia und der FC Bayern „der Bundesliga letztlich schon viel Input“ bringen, sei durch die „Einschaltquoten eindeutig feststellbar“ und rechtfertige auch, dass dies honoriert werde.

Mit Blick auf seinen eigentlich im Jahr 2022 geplanten Abgang hält sich Watzke derzeit noch alle Türen offen. Er wolle nicht „in der größten Krise von Bord“ gehen. Stattdessen sei er sich seiner Verantwortung gegenüber dem Klub bewusst. Das Ausscheiden zum Vertragsende sei also „nicht mehr so tief“ in seinen Gedanken wie vor der Pandemie.

Update (11:10 Uhr): BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball steht hinter Watzke und befürwortet einen Verbleib des Geschäftsführers. Gegenüber ‚Sport1’ lässt er verlauten: „Es ist also durchaus denkbar, dass wir beide über das nächste Jahr hinaus noch im Amt sein werden.“ Rauballs Amtszeit endet ebenfalls Ende 2022. Eine persönliche Entscheidung der beiden Offiziellen soll jeweils im Herbst getroffen werden.

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