Reiniers BVB-Leihe: Drei Parteien, drei Standpunkte

30 Millionen Euro Ablöse zahlte Real Madrid für Reinier, um ihn ein paar Monate später für zwei Spielzeiten an Borussia Dortmund zu verleihen. Jahr eins fiel bescheiden aus, doch an einen Abbruch denkt der BVB nicht.

Reinier macht sich warm
Reinier macht sich warm ©Maxppp

Wie bei Achraf Hakimi sollte es laufen – so der Plan. Doch die Konkurrenzsituation in der Offensive von Borussia Dortmund ist schon eine bedeutend andere als hinten rechts. So kam Reinier, dieser hochgehandelte junge Offensivspieler von Real Madrid, nur zu mageren 254 Pflichtspielminuten in schwarz-gelb.

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30 Millionen Euro war das Flamengo-Juwel den Königlichen Anfang 2020 wert. Dass sich damit allein kein Stammplatz im weißen Starensemble ergattern lässt, liegt auf der Hand. Ein halbes Jahr später verliehen die Madrilenen Reinier an den BVB. Alles sah nach einer Win-win-win-Situation aus. Gewonnen hat bisher aber noch keiner so richtig.

Frustration & Sorgen

Am allerwenigsten der Brasilianer selbst, der dringend Spielminuten auf europäischem Topniveau benötigt. „Er ist frustriert“, schreibt die ‚as‘ wenig überraschend über Reiniers Gemütszustand. Im Februar/März noch ein zarter Hoffnungsschimmer: Regelmäßige Kurzeinsätze inklusive Premierentor gegen Arminia Bielefeld. Dann herrschte wieder Stillstand – nur 19 Liga-Spielminuten seit Anfang April.

Auch Real gefällt die Entwicklung naturgemäß überhaupt nicht. Mäßig, geschweige denn zufriedenstellend sind Vokabeln ohne Bedeutung im Bernabéu. Reinier hat zu spielen – idealerweise immer und viel und am besten überragend. „Besorgt“ sollen sie sein in der spanischen Hauptstadt.

BVB bleibt cool

Während der Spieler unruhig mit den Füßen wippt und die Real-Verantwortlichen mit den Fingern auf ihre Schreibtische tippen, bleiben sie an der Strobelallee dagegen ganz entspannt. Ablöse hat der BVB keine bezahlt. Stellt sich Reinier in seinem zweiten Jahr dann doch noch als Verstärkung heraus – umso besser. Wenn nicht, ist das das Problem des Spielers und seines regulären Arbeitgebers.

So verwundert es wenig, dass die Schwarz-Gelben, so berichtet die ‚as‘, die Leihe gerne aufrechterhalten wollen. Die Anlagen für einen verspäteten Kickstart hat Reinier allemal – dann fällt die erste Saison eben in die Kategorie Lehrjahr. Nicht jeder kann so durchstarten wie ein Achraf Hakimi. Die Entscheidung allerdings, so viel ist auch klar, fällt auch in Madrid.

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