DFL-Sondersitzung: Drei Szenarien für die Bundesliga

Wie verfahren erste und zweite Bundesliga mit der derzeit ausgesetzten Saison? Dies ist die zentrale Frage, der sich die 36 Mitglieder der DFL in der heutigen Sondersitzung zu stellen haben. FT wirft einen Blick auf die möglichen Szenarien.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert ist heute als Moderator der Interessen gefragt
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert ist heute als Moderator der Interessen gefragt ©Maxppp

Heute ist ein wichtiger Tag für den deutschen Fußball. Die DFL lädt im Zuge der Coronakrise zur Stunde zu einer Sondersitzung. Die 36 Klubs der ersten und zweiten Bundesliga sollen entscheiden, wie die ruhende Saison zu einem Ende gebracht werden kann.

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Sicher ist wohl nur, dass keine der möglichen Lösungen zu jedermanns Zufriedenheit ausfallen wird. Folgende Szenarien liegen auf dem Tisch und sollen im Laufe des heutigen Tages diskutiert werden:

Abbruch

Dies wäre die drastischste aller Lösungen und würde, da mit den ausstehenden Spielen kein Geld verdient werden kann, kapitale Einbußen für die Klubs von fast 800 Millionen Euro nach sich ziehen.

In diesem Fall wird die Tabelle jeweils eingefroren und sportliche Entscheidungen nach dem aktuellen Stand getroffen. Heißt: Bayern München wäre Meister, Werder Bremen und der SC Paderborn abgestiegen. Aufsteigen würden Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart.

Diese Entscheidung könnte laut ‚kicker‘ allerdings eine Klagewelle der benachteiligten Klubs nach sich ziehen, denen die Chance genommen wird, ihre sportliche Situation zu korrigieren. Entsprechend sind auch Playoffs oder eine Aufstockung der Bundesliga möglich.

Jonas Baer-Hoffmann, Generalsekretär der Spielergewerkschaft Fifpro, warnte bereits im ‚ZDF-Sportstudio‘ davor, dass mehreren Klubs erhebliche finanzielle Probleme drohen, sollte die Saison vorzeitig beendet werden. Dies soll für Klubs wie Fortuna Düsseldorf, den SC Paderborn oder den 1. FC Köln gelten.

Annullierung

Auch in diesem Fall wird die Saison vorzeitig beendet. Im Gegensatz zum Abbruch würde dies jedoch keinerlei sportliche Entscheidungen nach sich ziehen. Heißt: Alles auf null. Die Spielzeit wird nicht gewertet, Meister, Absteiger, Aufsteiger etc. wird es 2020 nicht geben. Sportlich beginnt 2020/21 exakt so, wie 2019/20 begonnen hat.

Problematisch daran: Alle Aufstiegsaspiranten müssen nochmal in der zweiten Liga ran und die Europa Cup-Starter streichen erneut die Einnahmen aus dem internationalen Geschäft ein – die Schere wird aufgrund der fehlenden Durchmischung weiter auseinandergehen. Die finanziellen Einbußen aufgrund nicht ausgetragener Spieltage müssten die Klubs natürlich auch bei Annullierung hinnehmen.

Weiterer Aufschub

Die Klubs verlängern erst einmal die Aussetzung über den 2. April hinaus und räumen sich damit Zeit ein, gemäß der dynamischen, stetig wechselnden Situation in der Coronakrise angepasste Lösungen zu finden. Das Problem sind die Interdependenzen: Eine Austragung zu einem späteren Zeitraum des Jahres kann noch nicht beschlossen werden, weil die EM noch nicht verlegt ist. Dies muss die UEFA entscheiden, sie ist da aber wiederum teilweise von der FIFA abhängig. Die Bosse des europäischen Fußballverbands kommen aber erst morgen zusammen.

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