DFB-Überraschung: Warum ist Sané wieder da?
Wochenlang war es still um Leroy Sané, der bei Galatasaray mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Plötzlich nominiert Julian Nagelsmann ihn für die anstehenden Länderspiele. Warum? Ein Erklärungsversuch.
Bei der heutigen Kaderverkündung von Julian Nagelsmann staunten viele Leute nicht schlecht: Kaum ein Beobachter, Journalist oder Experte hatte erwartet, dass Leroy Sané auf der Liste der 25 Nominierten für die anstehenden Länderspiele gegen Luxemburg (14. November) und die Slowakei (17. November) zu finden sein würde. Die Nominierung des 29-Jährigen war dabei wahrlich nicht die einzige Überraschung. Dennoch darf die Frage erlaubt sein, wie es bei Nagelsmann in der Causa Sané zum Sinneswandel kommen konnte.
Schließlich hatte Nagelsmann bei der Länderspielabstellung im September, als Sané wie im Oktober nicht dabei war, ziemlich hohe Forderungen an den ehemaligen Münchner gestellt. Er spiele jetzt in einer Liga, „die einen Tick schlechter ist als die europäischen Top-Ligen. Ich finde, dass er da noch mehr auffallen muss.“ Der Bundestrainer erwarte von Sané „keine Wunderdinge, aber eine gewisse Quote. Das habe ich ihm auch so kommuniziert. Da ist er gefordert, seinen Beitrag zu leisten. Dann ist er für uns auch ein Kandidat.“
Trotz guter Leistungen noch Luft nach oben
Zwei Monate später ist Sané offensichtlich den Anforderungen gerecht geworden. In der Champions League glänzte der Rechtsaußen erst am gestrigen Mittwoch gegen Ajax Amsterdam (3:0) als Assistgeber, in der Liga schnürte er gegen Basaksehir (2:1) vor drei Wochen einen Doppelpack. Abseits der beschriebenen Spiele ist die Scorerausbeute allerdings noch immer mangelhaft, auch wenn Nagelsmann heute feststellte, Sané habe sich die Nominierung „mit guten Leistungen in der Champions League und der Süper Lig“ erarbeitet.
In der Tat ist bei Sané eine aufsteigende Form zu erkennen. Das türkische Newsportal ‚haberler‘ begründet Sanés Nominierung etwa mit „glänzenden Leistungen bei Galatasaray“, die Zeitung ‚Sözcü‘ erklärt sich Nagelsmanns Entscheidung ebenfalls mit „guten Leistungen“.
Die Konkurrenz lauert
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Sané noch lange nicht an seinem Peak angekommen ist. Immer wieder liefert er nach wie vor auch schwächere Partien ab. Die Nominierung von jungen Konkurrenten wie Said El Mala (19) oder Kevin Schade (23), die beide theoretisch auch auf der rechten Seite spielen könnten, zeigt: Nagelsmann will die anstehenden Länderspiele nutzen, um sich ein Bild von seinen Flügelspielern zu machen. Auf der Außenbahn hat kein einziger Akteur seinen WM-Startplatz sicher. Auch für Sané beginnt in der kommenden Woche die Bewährungsprobe.
Weitere Infos