Meinung FT-Kurve Weltmeisterschaft

Vier Ouédraogo-Alternativen: Die Nominierung wirft Fragen auf

Die Nominierung von Assan Ouédraogo für Lennart Karl verwundert durchaus. Die Zeit für Experimente ist eigentlich abgelaufen.

von Dominik Sandler
2 min.
Assan Ouédraogo im DFB-Trikot @Maxppp

Die Nachricht vom WM-Aus für Lennart Karl (18) hat auch Julian Nagelsmann sichtlich mitgenommen. Wie ein angeschlagener Boxer saß er gestern auf der Pressekonferenz und ahnte da schon, was bei Karl wenig später traurige Gewissheit wurde.

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Stattdessen soll es jetzt Assan Ouédraogo richten, über den der Bundestrainer sagt: „Mit Assan Ouédraogo bekommen wir einen Spieler dazu, der ähnlich wie Lenny einen klasse Einstand bei uns hatte. Er ist ebenfalls hochtalentiert und soll hier mutig und unbeschwert aufspielen.“ Dass für den klaren Rechtsaußen Karl ein zentraler Mittelfeldspieler nachnominiert wird, wirft allerdings durchaus Fragen auf.

Vier Alternativen gehen leer aus

Immerhin stünden in Said El Mala (19/1. FC Köln), Karim Adeyemi (24/Borussia Dortmund), Chris Führich (28/VfB Stuttgart) und Kevin Schade (24/FC Brentford) mehr als genug Flügelspieler als Alternativen bereit, die allesamt ihre Qualitäten bereits unter Beweis gestellt und regelmäßig Spielpraxis gesammelt haben.

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Ist die Nominierung von Assan Ouédraogo die richtige Entscheidung?
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Ouédraogo hingegen fiel mit einer Knieverletzung lange aus und spielt erst seit April überhaupt wieder. Zwar kann der 20-Jährige im zentralen Mittelfeld, auf der Zehn und auf dem Flügel eingesetzt werden und hat es wohl auch aufgrund seiner Flexibilität dem Bundestrainer angetan, seine Nominierung ist aber ein Spiel mit dem Feuer.

Ändert sich die Spielanlage?

Zum einen, da der großgewachsene Rechtsfuß in seiner noch jungen Profikarriere immer wieder vom Verletzungspech verfolgt wird. Zum anderen, weil sich Nagelsmann der Alternative eines klaren Flügelspielers beraubt. Rechts stehen nur noch Leroy Sané (30) und Jamie Leweling (25) zur Verfügung. Nagelsmann könnte beispielsweise auf Kai Havertz (26) auf dem rechten Flügel und Nick Woltemade (24) oder Deniz Undav (29) im Sturm setzen.

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Da Havertz den rechten Flügel aber ganz anders interpretiert als ein klassischer Rechtsaußen, müsste sich auch die Spielanlage der deutschen Nationalmannschaft generell verändern. Eine Woche vor dem Turnierstart keine gute Ausgangslage.

Nur eine kleine Rolle

Ouédraogo bringt zweifelsfrei die Qualitäten mit und hat das allen voran in der Hinrunde der abgelaufenen Saison unter Beweis gestellt. Angesichts der hohen Dichte im zentralen Mittelfeld ist es jedoch fraglich, ob Ouédraogo auf viel Spielzeit kommen wird. Zumal der Youngster erst Anfang der kommenden Woche zur Mannschaft stößt.

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