Beispiel Reggiani: BVB-Turnaround trägt erste Früchte
Borussia Dortmund will Back to the Roots, die hochbegabten Klubtalente sollen bei den Profis wieder eine größere Rolle spielen. Nach Filippo Mané profitiert davon nun auch Landsmann Luca Reggiani.
Über Jahre hinweg war Borussia Dortmund eine der europäischen Topadressen für Talente, die kurz vor dem Profidurchbruch stehen. Diesen Nimbus in den vergangenen Spielzeiten aus den Augen verloren, plant der BVB in diesem Jahr den Turnaround. Notgedrungen mit ersten Erfolgen.
Bei Aarón Anselmino (20) musste man tatenlos zugucken, wie der FC Chelsea die Leihe per Klausel beendet hatte, um den Argentinier beim französischen Farmteam Racing Straßburg zu parken. Für den gestrigen Samstag meldete sich gegen den VfL Wolfsburg (2:1) Emre Can (32) verletzt ab. Filippo Mane (20) gehört zu den Talenten, die durch das Rückbesinnen an die frühere schwarz-gelbe DNA profitieren sollen, steht aber ebenfalls aufgrund einer Muskelverletzung aktuell nicht zur Verfügung.
Reggiani feiert emotionales Debüt
Das spülte eher spontan Luca Reggiani in den Spieltagskader. Erst am Freitag erfuhr der A-Jugendspieler von Niko Kovac, dass er mit im Bus gen Wolfsburg sitzen wird. Und nicht nur das: Der 18-jährige Italiener kam bei seiner ersten Kadernominierung direkt – wenn auch nur über eine Minute – zu seinem Profidebüt.
„Ich bin sehr, sehr glücklich. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, dass ich auf diesem Platz stehe, mit diesen Spielern, mit dieser Mannschaft – das ist sehr schön“, frohlockte Reggiani nach dem Spiel.
Für Sebastian Kehl ist das kein Zufall, sondern klare Taktik: „Wir haben im Winter Campbell, Duranville und Groß (Cole (19), Julien (19) und Pascal (34), Anm. d. Red.) abgegeben – mit dem Bewusstsein, dass wir einen Kaba, einen Albert, einen Inacio (Almugera (19), Mathis (16) und Samuele (17), Anm. d. Red.) haben. Das sind ja klare strategische Gedanken, die dahinterstecken.“
Dabei richtet sich der Blick des Sportdirektors bereits auf den kommenden Transfersommer. Der BVB will die Rückrunde nutzen, um „dem einen oder anderen die Chance geben, näher heranzurücken“. Dabei soll genau hingesehen werden, wer sich auf der Profibühne beweisen kann. Das Ziel: „Auch für den Sommer mehr Klarheit zu haben. Die Durchlässigkeit wollen wir erhöhen.“
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