Finanzieller Sprengstoff: Barça zu de Jong-Verkauf gezwungen?

Der Poker um Frenkie de Jong ist in vollem Gange. Joan Laporta gab zuletzt medienwirksam zu Protokoll, dass man den Stammspieler nicht an etwa Manchester United verkaufen wolle. Offenbar bleibt dem stolzen Barça aber gar nichts anderes übrig.

Frenkie de Jong ist bis 2026 an Barcelona gebunden
Frenkie de Jong ist bis 2026 an Barcelona gebunden ©Maxppp

Am vergangenen Samstag legte Joan Laporta in Sachen Frenkie de Jong die harten Bandagen an. Er habe „nicht die Absicht, ihn zu verkaufen“. Er „werde alles in meiner Macht Stehende tun, damit er bleibt“. Laporta tönte aber auch, es gebe „mehrere Vereine, die ihn haben wollen.“ Das Wichtigste sagte der Präsident des FC Barcelona aber am Ende seiner Tirade: „Es ist auch eine Frage des Gehalts, und das müsste angepasst werden.“

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Finanzieller Sprengstoff

Genau an dieser Stelle legt die ‚Marca‘ nun die Lupe an. Denn im Vertragswerk des niederländischen Mittelfeldspielers versteckt sich für die Katalanen riesiger finanzieller Sprengstoff. Grund hierfür sind Vereinbarungen, die während der Corona-Pandemie getroffen wurde.

Wie andere Barça-Profis hatte auch de Jong seinen Vertrag mit den Blaugrana mitten in der Corona-Pandemie verlängert. Der 26-Jährige verzichtete dabei auf Gehalt, damit sein Arbeitgeber handlungsfähig bleibt. Wie die spanische Sportzeitung nun enthüllt, ist Verzicht aber das falsche Wort. Die Zahlungen wurden lediglich auf die kommende Vertragsjahre gestreckt.

Rund 90 Millionen für de Jong

Aufgrund dieser Maßnahme rollen auf den FCB in den kommenden Jahren alleine für de Jong bis zu dessen Vertragsende 2026 Gehaltszahlungen von 88,58 Millionen Euro zu. Die Summe beinhaltet das Fixgehalt sowie millionenschwere Loyalitätsboni. Allein für die Saison 2023/24 stehen de Jong somit 27,7 Millionen Euro zu. Erfolgsabhängige Bonuszahlungen noch gar nicht mit eingerechnet.

Diese könnten die Bezüge im besten Fall um bis zu 20,8 Millionen Euro weiter steigen lassen. Insgesamt acht Millionen werden fällig, wenn der Mittelfeldspieler pro Jahr 60 Prozent der Pflichtspielen bestreitet. Die übrigen 12,8 Millionen sind an Kluberfolge wie Titel oder die Qualifikation zur Champions League gekoppelt.

Abfindung für de Jong?

Die Zahlen verdeutlichen, wie sehr Barça – aller vollmundigen Kampfansagen des Präsidenten zum Trotz – auf den Verkauf des Niederländers angewiesen ist. Offen ist dabei allerdings, ob de Jong bei einem Wechsel zumindest teilweise eine Abfindung erhalten wird. Immerhin wurden die Gehaltszahlungen in den vergangenen Spielzeiten stark gekürzt und auf die kommenden Jahre verschoben. Einnahmen, auf die der 43-fache Nationalspieler wohl nicht gänzlich verzichten möchte.

Im Poker mit Manchester United wurden zuletzt rund 85 Millionen Euro als Ablöse genannt. Geld, das der mit über einer Milliarde Euro verschuldete Traditionsklub dringend benötigt, um sich die nächsten Transferträume zu erfüllen. Wenngleich von allen Einnahmen immer nur ein Viertel in den Kader reinvestiert werden darf. Die La Liga-Restriktionen sehen vor, dass mit dem Rest die Schulden getilgt werden müssen.

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