Während Manchester United nach dem Rauswurf von Rúben Amorim auf die Erfahrung von Vereinslegende Sir Alex Ferguson zurückgreift, geht es für die spanischen Topteams in der Wüste um den ersten Titel des Jahres. Die FT-Presseschau am Mittwoch.
Der alte und neue König von Manchester
Mit Rúben Amorim ist der nächste vielversprechende Trainer an der großen Aufgabe gescheitert, Manchester United wieder zu alter Größe zu verhelfen. Am Montag folgte die Entlassung. Auf der Suche nach einem Interimstrainer holte sich die Vereinsführung Rat bei Sir Alex Ferguson, dem erfolgreichsten Trainer der Klubgeschichte, dessen schweres Erbe seit 2013 niemand erfolgreich angetreten hat. Der langjährige United-Coach, der seine Rolle als globaler Vereinsbotschafter im Rahmen der massiven Sparmaßnahmen des Klubs Ende der letzten Saison verloren hatte, hat noch immer großen Einfluss und ist laut dem ‚Daily Telegraph‘ derzeit der gefragteste Mann, der dem Klub helfen soll.
„Ferguson war am Dienstagmorgen auf dem Trainingsgelände von United und sprach während seines Besuchs in Carrington mit Sportdirektor Jason Wilcox und Geschäftsführer Omar Berrada zu einem morgendlichen Gipfeltreffen, um sich über geeignete Interimstrainer zu unterhalten.“ Die Wahl fiel kurzfristig für die nächsten beiden Pflichtspiele auf seinen Ex-Spieler Darren Fletcher. Der 41-jährige Trainernovize suchte sich laut der englischen Zeitung direkt nach seiner Ernennung Rat bei einem, der weiß, wie es geht: „Fletcher verriet, dass sein erster Anruf, nachdem er vorübergehend den Job bei United übernommen hatte, an Alex Ferguson ging.“ Gesucht wird weiterhin ein erfahrenerer Interimstrainer, der bis Sommer übernimmt. Gute Chancen hat aktuell dem Vernehmen nach Ole Gunnar Solskjaer, aber auch Michael Carrick und Ruud van Nistelrooy werden gehandelt – alle drei spielten unter Sir Alex für United.
Gesucht: Der König von Saudi-Arabien
In Spanien stehen die entscheidenden Spiele der Supercopa an. Im Halbfinale treffen am heutigen Mittwochabend der von Hansi Flick trainierte FC Barcelona auf Athletic Bilbao und morgen im Stadtduell Atlético auf Real Madrid (jeweils 20 Uhr). Ausgetragen wird der Supercup aber bereits seit einigen Jahren nicht mehr auf der iberischen Halbinsel, sondern in Saudi-Arabien, wo das große Geld lockt. Gespielt wird daher nicht nur um „den ersten Titel des Jahres“, sondern gesucht wird „der König in Arabien“, wie es die ‚Marca‘ beschreibt. Das Finale steigt am Sonntag in Jeddah.
Die Austragung fernab der Heimat ist ein Umstand, der viele Fans Jahr für Jahr „betrübt und wütend“ macht, so die ‚as‘. Umso größer war die Hoffnung, als bekannt wurde, dass es im kommenden Jahr aufgrund der zeitgleich stattfindenden Asien-Meisterschaft in Saudi-Arabien einen Terminkonflikt gibt. Diese währte allerdings nur kurz. Die Supercopa kehrt 2027 nicht etwa nach Spanien zurück, sondern wird in Doha in Katar ausgetragen. Moderner Fußball.
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