Transferzeugnis Leipzig: Defensiv-Duo überzeugt, Offensiv-Duo schwächelt

RB Leipzig kaufte im vergangenen Transferfenster enorm viel Potenzial ein. Während sich die Defensiv-Neuzugänge schnell in das Team integrierten, läuft es bei den neuen Angreifern bis dato nicht. Das FT-Transferzeugnis für RB.

Leipzig hat im Sommer kräftig eingekauft
Leipzig hat im Sommer kräftig eingekauft ©Maxppp

André Silva (Eintracht Frankfurt/ 23 Mio.)

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Der Königstransfer der Leipziger findet sich bis dato nicht im System von Neu-Trainer Jesse Marsch zurecht. Während in Frankfurt das flügelastige Spiel auf den kopfballstarken Mittelstürmer zugeschnitten war, hängt Silva bei RB häufig in der Luft. In acht Pflichtspielen gelang dem 25-Jährigen in dieser Saison lediglich ein Treffer – eine mehr als ausbaufähige Quote. Nach dem Abgang von Timo Werner (25) zum FC Chelsea im Sommer 2019 suchten die Sachsen händeringend nach einem Torjäger, der als offensiver Fixpunkt fungieren sollte. Diese Rolle erfüllt der 23-Millionen-Neuzugang bislang nicht, die 28-Tore-Marke aus der vergangenen Liga-Spielzeit ist für den Portugiesen kaum noch realisierbar.

Josko Gvardiol (Dinamo Zagreb/ 19 Mio.)

Bei der vergangenen Europameisterschaft zahlte Gvardiol viel Lehrgeld. Als Linksverteidiger eingesetzt sah der 19-Jährige ein ums andere Mal schlecht aus, ließ sich in direkten Zweikämpfen düpieren. An die Bundesliga hat sich Gvardiol allerdings schnell gewöhnt. In den vergangenen fünf Spielen stand der 1,85-Meter-Mann viermal – zumeist ebenfalls links hinten – in der Startelf. Der Kroate besticht durch hohes Tempo und seine resolute Zweikampfführung. Gvardiols Kernkompetenz bleibt die Abwehrarbeit, weshalb der Linksfuß künftig vermutlich vermehrt auf seiner Paradeposition in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen wird.

Mohamed Simakan (Racing Straßbourg/ 15 Mio.)

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Simakan zählt zu den absoluten Gewinner unter Marsch. Neben Willi Orban (28) ist der Franzose in der Abwehrzentrale gesetzt, stand mit Ausnahme der Partie gegen Hertha BSC am vergangenen Spieltag immer in der Startelf. Der 21-Jährige verfügt über ähnliche Qualitäten wie die abgewanderten Dayot Upamecano (22, FC Bayern) und Ibrahima Konaté (21, FC Liverpool). Körperlich robust, explosiv und zweikampfstark: Attribute, die im heutigen Welt-Fußball gefragter sind denn je. Zuweilen agiert Simakan noch etwas überhastet und die fehlende Erfahrung macht sich bemerkbar. Dennoch hat sich RB mit Simakan zweifelsohne ein großes Talent geangelt.

Brian Brobbey (Ajax Amsterdam/ ablösefrei)

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Das Kapitel beim Vizemeister begann aus Sicht des bulligen Niederländers suboptimal. Noch vor dem Saisonstart gab der 19-Jährige ein Interview, das hohe Wellen schlug, da Brobbey nicht wirkte, als habe er sonderlich Lust, für seinen neuen Arbeitgeber zu spielen. In der bisherigen Spielzeit kommt der Angreifer auf schmale 77 Minuten Einsatzzeit, verteilt auf fünf Pflichtspiele. Eine dürftige Quote. Klar ist aber auch: Brobbey ist ein Perspektivtransfer, Geduld ist gefragt. Der 1,80-Meter-Mann wird von den Verantwortlichen im Verein die nötige Eingewöhnungszeit erhalten. Sollte Neuzugang Silva weiterhin schwächeln, wird Brobbey sicherlich schon bald Chancen erhalten, um das vorhandene Potenzial abzurufen.

Ilaix Moriba (FC Barcelona/ 16 Mio.)

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Mit der Verpflichtung des 18-Jährigen gelang den Sachsen ein echter Transfercoup. Moriba zählt zu den talentiertesten Mittelfeldspielern der Welt. Für sein zartes Alter ist der Spanier fußballerisch sehr weit. Moriba verfügt über ein hohes Spielverständnis, große Dynamik und gutes Zweikampfverhalten. Auf sein Bundesliga-Debüt wartet der zentrale Mittelfeldspieler noch, stand gegen Manchester City (3:6) und gegen Hertha BSC (6:0) jedoch im Aufgebot von RB. Allzu lang werden die Leipziger Fans sicherlich nicht mehr auf das Debüt des Hochveranlagten warten müssen.

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