Mexiko – Neuseeland (13., 20. November): Dank zweier Treffer der USA gegen Panama hat sich Mexiko noch in allerletzter Minute für die Playoffs qualifiziert. Grundsätzlich spielten die Mexikaner eine erschreckend schwache Qualifikation. Gegen die ‚Kiwis‘ sind sie dennoch klarer Favorit. Neuseeland hat sich ohne Punktverlust in der Ozeanien-Qualifikation vor Neukaledonien und Tahiti durchgesetzt. Internationales Format hat wohl maximal Innenverteidiger Winston Reid von West Ham United. Demgegenüber verfügen die Mittelamerikaner mit Rafael Márquez, Giovani dos Santos, Carlos Vela oder Javier Hernández über die wesentlich stärkeren Einzelspieler. Die Rollen sind also klar verteilt. Trotzdem könnten die ‚All Whites‘ für eine Überraschung gut sein – wie bei der WM 2010 gegen Italien.

Portugal - Schweden (15., 19. November): Schon kurz nach der Auslosung wurde das Spiel auf das Duell zweier Namen reduziert: Cristiano Ronaldo gegen Zlatan Ibrahimović. Tatsächlich sind beide Nationen extrem abhängig von ihren beiden Superstars. Wenn ihnen nichts einfällt, läuft es meist auch beim restlichen Team nicht gut. Portugal musste sich in der Gruppe gegen routinierte Russen mit Platz zwei begnügen, Schweden landete hinter der DFB-Elf. Die höhere individuelle Klasse besitzen wohl die Südeuropäer. Allerdings zeigten ‚entzlatanierte‘ Schweden im letzten Qualifikationsspiel gegen Deutschland gerade in Durchgang eins, dass sie durchaus sehr diszipliniert und taktisch klug verteidigen können. Eine Beobachtung, die den Portugiesen zum Verhängnis werden könnte. Denn die Disziplin ist zumeist das große Manko der Mannschaft von Paulo Bento. Sollte es den Skandinaviern daher gelingen, ähnlich wie gegen Deutschland vor dem Pausentee zu verteidigen, könnten ein bis zwei Geniestreiche von Ibrahimović für das Brasilien-Ticket reichen. Bei Portugal entscheidet vor allem die Tagesform von Ronaldo. Kann er den Iberern nicht mit spielentscheidenden Einzelaktionen helfen, könnte Portugal das erste Mal seit 16 Jahren die WM vom Fernseher aus verfolgen.

Island - Kroatien (15., 19. November): Der Enttäuschung über das 1:1 im letzten Gruppenspiel gegen Norwegen folgte grenzenloser Jubel, da Slowenien gegen die Schweiz nicht gewinnen konnte. Die Kroaten wurden weit abgeschlagen hinter bärenstarken Belgiern – aber immerhin vor dem Erzrivalen Serbien – Gruppenzweiter. Auf dem Papier sind die Kroaten favorisiert, obwohl sie zuletzt alles andere als überzeugen konnten. Im vorentscheidenden Gruppenspiel gegen Belgien zeigten sich die Männer vom Balkan blutleer und verloren völlig verdient vor eigenem Publikum. Gespickt mit einigen Bundesligaakteuren sowie dem etwas formschwachen Luka Modrić, reicht Kroatien längst nicht mehr an die Klasse vergangener Tage heran, mit Spielern wie Davor Šuker oder Zvonimir Boban. Das Spiel der Isländer steht vor allem für harte Zweikämpfe und Leidenschaft. Trotzdem sind sie mit Europas aktuell bestem Torjäger Alfred Finnbogason, Gylfi Sigurdsson und Kolbeinn Sigthórsson gerade in der Offensive brandgefährlich.



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