In der 21. Spielminute bei der gestrigen Partie zwischen dem FC Arsenal und Aufsteiger Sheffield United spielt sich eine Szene ab, die Nicolas Pépés derzeitige Situation bei den Gunners zusammenfasst. Der Angreifer erhält rund sieben Meter vor dem gegnerischen Tor den Ball und verzieht seinen Torschuss dermaßen, dass es im Anschluss Einwurf statt Abstoß gibt. Arsenal verliert das Spiel mit 0:1.

Pépés Chance war für uns der Schlüssel zum Erfolg“, analysiert Arsenal-Trainer Unai Emery im Anschluss an die Partie, „er macht Fortschritte, der nächste Schritt ist, ein Tor zu erzielen. Normalerweise verwandelt er diese Art von Bällen in ein Tor, aber heute Abend verpasste er seine Chance.“

Eigentlich hatten die Nordlondoner Pépé geholt, um genau an Abenden wie dem gestrigen Montag den Unterschied zu machen. Bislang gelingt das dem Neuzugang von OSC Lille aber nicht einmal im Ansatz, weswegen er zur Zielscheibe der Kritik wird.

Zuviel Druck durch die Ablöse?

TV-Experte Patrice Evra nimmt den Flügelspieler als einer der wenigen in Schutz: „Ich denke, sein Preis ist ein Problem. Er übt Druck auf ihn aus und die Fans verstehen es nicht. Es garantiert nicht 30 Tore in der ersten Saison.“ Derzeit steht Pépé bei einem Treffer (Elfmetertor gegen Aston Villa) und drei Vorlagen in elf Pflichtspielen. So richtig zündet der Rechtsaußen noch nicht. Zudem hat der 24-Jährige im Zusammenspiel mit Arsenals Topduo Pierre-Emerick Aubameyang und Alexandre Lacazette noch nicht seinen Platz gefunden.

Evra bittet um mehr Geduld: „Du musst Pépé etwas Zeit geben, ich glaube an diesen Spieler. Er muss nur erkennen, dass die Premier League etwas komplett anderes ist als das, was er kennt.“

Auch Arsenal-Legende Ian Wright bleibt mit dem Rekordeinkauf seines Klubs geduldig: „Am Ende des Tages wird er durch diese Phase müssen, in der es für ihn einfach nicht passiert.“ Der erhoffte Quantensprung durch den Rekordeinkauf ist bislang ausgeblieben. Die Gunners müssen darauf hoffen, dass „diese Phase“ bei Pépé so schnell wie möglich vorbei ist.