Ex-Kölner Dennis: Ranieris neuer Vardy?

Beim 1. FC Köln entpuppte sich Emmanuel Dennis als großer Transferflop. In Watford hat der Stürmer hingegen in die Spur gefunden.

Emmanuel Dennis im Trikot des FC Watford
Emmanuel Dennis im Trikot des FC Watford ©Maxppp

Elf Spiele, vier Tore, fünf Vorlagen und eine mit verursachte Trainerentlassung: Es sind beeindruckende Zahlen, die Emmanuel Dennis in seiner ersten Premier League-Saison aufzuweisen hat. Ole Gunnar Solskjaer wird zustimmen – wenn auch widerwillig. Denn beim 4:1-Sieg des FC Watford über Manchester United am Samstag war Dennis mit drei Torbeteiligungen nicht nur bester Mann auf dem Platz, sondern auch maßgeblicher Faktor dafür, dass Solskjaer nicht länger Trainer der Red Devils ist.

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Dennis ist zusammen mit Michail Antonio (31) zurzeit der zweitbeste Scorer der englischen Liga hinter Mohamed Salah (29). Dass der 24-jährige Stürmer derart erfolgreich sein würde, haben wohl selbst die Verantwortlichen der Hornets vor der Saison kaum so erwartet. Denn dass man Dennis für den Schnäppchenpreis von rund vier Millionen Euro vom FC Brügge loseisen konnte, kam nicht von ungefähr.

Enttäuschungen in Brügge & Köln

Schließlich hatte der Nigerianer es mit fragwürdigen Aktionen auf und abseits des Felds geschafft, seine eigentlich vielversprechende Karriere in eine Abwärtsspirale zu befördern. Vor knapp einem Jahr sorgte er in Brügge für einen Eklat, als er aus dem Kader für das Champions League-Spiel gegen Borussia Dortmund gestrichen wurde, nachdem er sich darüber echauffiert hatte, dass er im Mannschaftsbus nicht den gewünschten Sitzplatz erhalten hatte.

Im Januar folgte eine Leihe zum abstiegsgefährdeten 1. FC Köln. Bei den Geißböcken ließ Dennis dann aber jegliche Form von Einsatzwillen vermissen. Ohne ein einziges Tor erzielt zu haben, wurde er auch in der Domstadt gegen Ende der Saison gar nicht mehr für den Kader nominiert.

Jetzt also Watford. Dass es für Dennis beim Premier League-Aufsteiger so gut läuft, liegt zu großen Teilen an Trainer Claudio Ranieri. Der italienische Altmeister übernahm Anfang Oktober das Traineramt bei den Hornets und konnte seitdem einer zuvor chaotischen Truppe seine Spielidee vermitteln.

Ranieris neuer Vardy?

Dennis nimmt dabei eine Schlüsselrolle im System des 70-Jährigen ein. Ranieri sorgte dafür, dass der Nigerianer mit Joshua King (29) die Position tauschte. Dennis ist nun Mittelstürmer und kommt nicht mehr über die Flügel. „King hat in Bournemouth oft auf dem Flügel gespielt“, zitiert ‚The Athletic‘ Ranieri zu der Maßnahme, „ich wollte die Defensive mehr unter Druck setzen, denn Dennis ist sehr schnell.“

Der 24-Jährige ist nicht der erste schnelle Stürmer, der unter Ranieris Anleitung an der Abseitslinie lauert, mit Vertikalläufen die Abwehr überwindet und dann treffsicher abschließt. Erinnerungen an Jamie Vardy werden wach, der 2016 in dieser Rolle Leicester City zur Sensationsmeisterschaft schoss.

Gegen ebenjenes Leicester muss Watford am kommenden Sonntag antreten. Die nächste Trainerentlassung wird Dennis nach dem Duell mit den Foxes wohl kaum auf seinem Konto haben – aber möglicherweise weitere Tore.

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