Liverpools Tor-Krise: Fehlt die Breite?

Mit 7:0 schoss der FC Liverpool Crystal Palace in der Vorweihnachtszeit ab, seitdem stockt die Offensive der Reds. Eine mögliche Ursache könnte auch der auf Kante genähte Angriff des Teams von Jürgen Klopp sein. Abseits des prominenten Trios um Sadio Mané, Mohamed Salah und Roberto Firmino fehlen die Alternativen.

Jürgen Klopp coacht an der Seitenlinie
Jürgen Klopp coacht an der Seitenlinie ©Maxppp

Im Jahr 2021 wartet der FC Liverpool noch auf seinen ersten Treffer in der Premier League. Drei Ligaspiele in Folge blieb der amtierende englische Meister torlos. Für ein von Jürgen Klopp trainiertes Team ist dies die längste Torflaute seit 2005. Damals stand der 53-Jährige noch beim FSV Mainz 05 an der Seitenlinie und hatte qualitativ deutlich schlechteres Personal zur Verfügung.

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Dabei sah es am 14. Spieltag vor rund vier Wochen nach dem 7:0-Kantersieg gegen Crystal Palace danach aus, als würde Liverpool zum Großangriff auf die Tabellenspitze blasen. Drei Unentschieden und eine 0:1-Niederlage gegen den FC Southampton später sieht auch Klopp die Signale.

Nur eine Momentaufnahme?

„Seit der Weihnachtszeit bin ich mit berechtigten Fragen konfrontiert worden, die oft mit dem Satz ‚zurück zu dem, was wir vorher waren‘ umschrieben wurden. Aber das ist wirklich nicht die Lösung. Die Denkweise für uns sollte immer darin bestehen, nach vorne und nicht nach hinten zu schauen“, sagt der LFC-Chefcoach im Gespräch mit vereinseigenen Medien.

Vor dem heutigen Duell gegen den FC Burnley (21 Uhr) will er von einer längeren Durststrecke nichts wissen: „Wir befinden uns in einem schwierigen Moment – niemand versteckt sich davor – aber wir sehen es als Chance. Eine weitere Herausforderung, die es zu meistern gilt.“

Jotas Ausfall schmerzt

Doch so schnell werden die Probleme der Reds zumindest personell nicht verschwinden. Seit Mitte Dezember fällt Sommerneuzugang Diogo Jota mit einer Knieprellung aus und wird noch einige Wochen fehlen. Der 24-jährige Portugiese ist eine der wenigen Optionen im Kader, die die Sturmreihe um Sadio Mané (28), Roberto Firmino (29) und Mohamed Salah (28) ohne großen Qualitätsabfall ersetzen kann.

Mit fünf Ligatoren erledigte Jota als viertbester Schütze hinter dem Angriffstrio seine Aufgabe zu aller Zufriedenheit. Dahinter wird es für die Reds bereits knapp: Auf Platz fünf folgt Linksverteidiger Andrew Robertson – mit einem Treffer.

Klopps Problem: In einer aufgrund der Corona-Pandemie noch enger gestrickten Saison als ohnehin schon erhält das genannte Trio kaum Erholungspausen. Lediglich Robertson und Georginio Wijnaldum kommen an die Einsatzminuten des Liverpool-Sturms heran – selbst Stammkeeper Alisson Becker stand weniger Zeit auf dem Platz.

Kein Neuer in Sicht

Dass die Reds auf dem Wintertransfermarkt nach einem weiteren Backup für den teils überspielt wirkenden Sturm fahnden, deutet sich derzeit allerdings nicht an. Ironischerweise könnten die Optionen für Klopp weiter schwinden. Bankdrücker Divock Origi findet kaum Berücksichtigung und könnte womöglich noch abgegeben werden. Der 25-jährige Belgier ist unter anderem bei RB Leipzig im Gespräch.

„Dieses Team findet einen Weg, das hat es in den letzten Spielzeiten immer getan und wird es auch in Zukunft tun“, verspricht Klopp, „wir müssen uns das Recht auf den Sieg durch unseren Einsatz verdienen.“ Das erste Ligator im Jahr 2021 würde dabei schon eine Menge helfen.

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