Schaub, Risse & Co.: Acht FC-Leihgaben im Check

Gleich acht Spieler hat der 1. FC Köln aktuell an andere Klubs verliehen – wirklich überzeugen konnte bisher jedoch kaum jemand. Sollte sich dies im Laufe der Saison nicht noch ändern, dürfte keiner der Leihspieler eine Zukunft bei den Geißböcken haben.

Kölns Sportchef Horst Heldt
Kölns Sportchef Horst Heldt ©Maxppp

Louis Schaub (25, FC Luzern)

Der Österreicher zeigt von allen Leihspielern bis dato noch die ansprechendsten Leistungen. Beim FC Luzern stehen für den offensiven Mittelfeldspieler in sechs Einsätzen immerhin drei Torbeteiligungen zu Buche (ein Tor, zwei Vorlagen). Auch für die österreichische Nationalmannschaft traf er zuletzt. Eine Zukunft in der Domstadt scheint Schaub allerdings trotzdem nicht mehr zu haben.

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Kingsley Schindler (27, Hannover 96)

Bei Hannover 96 hat sich der ehemalige Kieler in ungewohnter Rolle als Rechtsverteidiger zwar bereits zur Stammkraft entwickelt, seine Leistungen sind jedoch noch ausbaufähig. Schindler bringt Schnelligkeit und Offensivdrang mit, technisch hat er allerdings seine Schwächen. Diese Defizite wurden schon als Hauptgrund ausgemacht, warum es für Schindler in der zurückliegenden Saison beim FC im Oberhaus nicht reichte.

Vincent Koziello (25, CD Nacional)

Der 1,68 Meter kleine Franzose spielte in den ersten drei Spielen für den portugiesischen Erstligisten jeweils von Anfang an, bevor ihn eine Verletzung außer Gefecht setzte. An einem Tor war Koziello noch nicht beteiligt. In Köln konnte der 2018 aus Nizza gekommene zentrale Mittelfeldspieler die hohen Erwartungen nie erfüllen, die Zeichen stehen auf dauerhaftem Abschied.

Marcel Risse (30, Viktoria Köln)

Auf der anderen Rheinseite lernt der routinierte Flügelspieler gerade die geballte Härte der dritten Liga kennen. Der als verletzungsanfällig geltende Routinier verpasste bereits vier Saisonspiele aufgrund eines Muskelfaserrisses. In den fünf Partien, in denen er zum Einsatz kam, erzielte Risse erst ein Tor und spielte allgemein eher mittelmäßig. Um noch einmal in der Bundesliga anzugreifen, scheint die Qualität nicht mehr auszureichen.

Lasse Sobiech (29, FC Zürich)

Neben Schaub wagte auch der groß gewachsene Innenverteidiger den Sprung in die Schweizer Super League. Bisher machte er mit zwei Toren in fünf Spielen auf sich aufmerksam – keine schlechte Quote für einen Abwehrspieler. In Köln steht der ehemalige U21-Nationalspieler aber schon seit längerer Zeit auf der Abschussliste. Eine Trennung gilt als wahrscheinlich.

Niklas Hauptmann (24, Holstein Kiel)

Nach über einem Jahr ohne Profieinsatz erhält der gebürtige Kölner in Kiel wieder mehr Spielpraxis, auch wenn er sich noch nicht in der Startelf der Störche festspielen konnte. Zweimal spielte der zentrale Mittelfeldspieler beim Zweitligisten von Anfang an, in den übrigen sechs Pflichtspielen kam er jeweils von der Bank. Auf seine erste Torbeteiligung wartet Hauptmann noch. Unabhängig von seiner Entwicklung plant man bei den Geißböcken nicht mehr mit ihm.

Yann Aurel Bisseck (19, Vitória Guimarães)

Drei Tage vor seinem 17. Geburtstag feierte Bisseck damals als zweitjüngster Spieler der Bundesliga-Historie sein Debüt für die Kölner. Danach wurde es jedoch ruhig um das Abwehrtalent. Der mittlerweile 19-Jährige befindet sich aktuell auf seiner dritten Leihstation. Beim portugiesischen Erstligisten Vitória Guimarães konnte sich Bisseck noch nicht durchsetzen und wartet immer noch auf seinen ersten Einsatz.

Tomas Ostrak (20, MFK Karvina)

In seiner tschechischen Heimat sammelt der Mittelfeldspieler aus der Jugend der Geißböcke beim MFK Karvina ordentlich Spielpraxis. In jedem der sieben Ligaspiele stand Ostrak in der Startformation, zudem erzielte er schon einen Treffer. Ob ihm die Kölner perspektivisch den Sprung in die Bundesliga zutrauen, ist allerdings mehr als fraglich.

Fazit

Keiner der aktuell verliehenen Akteure hat beim 1. FC Köln langfristig gesehen noch eine Perspektive. Mit Ausnahme des jungen Bisseck, der noch am Anfang seiner Entwicklung steht, hätte der Verein im Sommer wohl am liebsten alle Leihspieler gleich dauerhaft abgegeben. Zur nächsten Sommerpause werden die Verantwortlichen einmal mehr vor der Aufgabe stehen, für die Ungewollten einen Abnehmer zu finden. Man wird die Hoffnung haben, dass sich die betreffenden Spieler auf ihren Leihstationen zumindest in den Fokus anderer Vereine spielen können.

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