Niko Kovac hat auf der heutigen Pressekonferenz des FC Bayern mit tiefsinnigen Aussagen aufgewartet. Nachdem der Trainer zuvor mehrfach Fragen nach der fehlenden Rückendeckung der Bayern-Bosse ausgewichen war, wurde er zum Ende der Veranstaltung emotional.

Sein erstes Jahr als Coach der Münchner empfand Kovac als „sehr aufschluss- und lehrreich. Ich habe gemerkt, wie schwierig es ist, Mensch zu bleiben. Der Mensch ist schon eine sehr, sehr schwierige Spezies.“ Wen der Kroate genau damit meinte? „Ich glaube, Sie können sich einen Reim drauf machen.“

Kovac fordert mehr Empathie

Kovac mahnte weiter: „Wir sollten, wenn wir miteinander reden, eine Ebene haben, die nie unterschritten werden darf. So wie ich andere behandele, will ich auch behandelt werden. Wir müssen mehr Empathie an den Tag legen. Wir müssen mehr den Menschen sehen.“

Selbst wenn er am Saisonende entlassen werde, gehe die Welt nicht unter. „Ich bin total unabhängig. Wenn ich irgendwann nicht mehr hier bin, werde ich mein Leben genauso leben wie vorher“, so Kovac, „was kommt, kommt. Ich kann und will es beeinflussen, mit Titeln.“ Schließlich habe er „noch nie aufgegeben“.

Am Samstag (15:30 Uhr) können die Bayern gegen Eintracht Frankfurt ihre Aufholjagd in der Bundesliga mit dem siebten Titel in Folge krönen. Eine Woche später steht das Pokalfinale gegen RB Leipzig an. Die jüngsten Aussagen der Bosse lassen darauf schließen, dass Kovac selbst im Falle des Doubles um seinen Job bangen muss.

Fehlende Rückendeckung

Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte im ‚Aktuellen Sportstudio‘ des ‚ZDF‘ ebenso ein Treuebekenntnis vermieden wie zuvor Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende betonte in Bezug auf Kovac mehrfach, dass es „eine Jobgarantie bei Bayern München“ nicht gebe.

Auf die Frage, ob er denn unter diesen Voraussetzungen überhaupt weiter beim Rekordmeister arbeiten wolle, antwortete Kovac heute: „Ich habe hier einen Vertrag, der noch zwei Jahre geht und möchte diesen gerne erfüllen.“ Er gehe davon aus, dass er „auch nächstes Jahr“ an der Seitenlinie stehe. Man darf gespannt sein.