United-Pflichtsieg: So lief das Rangnick-Debüt

Manchester United hatte es am Sonntag mit Crystal Palace zu tun und schlug die Eagles knapp. Die Handschrift von Ralf Rangnick war in seiner ersten Partie als Trainer der Red Devils schon deutlich erkennbar.

Ralf Rangnick begrüßt seinen Widersacher
Ralf Rangnick begrüßt seinen Widersacher ©Maxppp

Am Sonntagnachmittag richteten sich viele Blicke auf das altehrwürdige Old Trafford. Manchester United empfing Crystal Palace und Ralf Rangnick nahm zum ersten Mal auf der Trainerbank der Red Devils Platz. Der deutsche Coach soll das Starensemble von United wieder in die Spur führen und den Abstand zur Tabellenspitze verringern.

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In der Startelf wartete Rangnick nicht mit Überraschungen auf. Im Vergleich zur Partie gegen den FC Arsenal (3:2), in der die Mannschaft noch von Michael Carrick betreut wurde, gab es keine Veränderungen. Superstar Cristiano Ronaldo lief im Sturm auf, dahinter sollte sein Landsmann Bruno Fernandes für Kreativität sorgen. Auch der ehemalige Dortmunder Jadon Sancho stand von Beginn an auf dem Feld.

Rangnicks Handschrift zu erkennen

Während Manchester unter der Regie von Carrick einen eher abwartenden Stil prägte, war in der ersten Partie unter Rangnick zu spüren, dass der 63-Jährige deutlich mehr Wert auf Pressing im letzten Drittel und eine grundsätzlich offensivere Ausrichtung legt. Balleroberungen in der Nähe des Sechzehners von Crystal Palace waren keine Seltenheit.

Ebenfalls auffällig: Uniteds Viererkette stand bei eigenen Angriffen sehr hoch. Attribute, die Rangnicks Teams in der Vergangenheit auszeichneten und nun offenbar schon kurzfristig bei United implementiert werden konnten. Auch wenn dies dem Gegner ermöglichte, mit Kontern über die schnellen Außenbahnspieler Wilfried Zaha und Jordan Ayew Nadelstiche zu setzen.

Riskantes Spiel mit Maguire & Lindelöf

Uniteds Spiel gegen den Ball gestaltete sich aggressiver und kraftvoller. Man schnürte Palace zum Teil in der eigenen Hälfte ein, ließ dem Underdog keine Zeit zum Durchatmen und stand den gegnerischen Spielern bei Ballverlusten sofort wieder auf den Füßen. Die neue taktische Herangehensweise gepaart mit der individuellen Klasse beim Gastgeber machte es den Eagles extrem schwer, Verschnaufpausen zu bekommen oder sogar eigene Offensivaktionen einzuleiten.

Auffällig war zudem, dass Harry Maguire und Victor Lindelöf oft in der gegnerischen Hälfte zu finden waren. Beide Innenverteidiger agierten hellwach und sorgten für wichtige Ballgewinne. Ein riskantes Spiel, das natürlich der Spielidee von Rangnick entspringt, aufgrund der Tempodefizite beider Abwehrspieler aber schnell nach hinten losgehen kann, sollte ein Gegner dies besser nutzen können als Crystal Palace.

Fehlende Durchschlagskraft

Trotz der vielen neuen Impulse, die das Spiel von United positiv beeinflussten, fehlte in weiten Teilen der Begegnung die Durchschlagskraft der Offensivabteilung um Ronaldo, Sancho und Rashford. United kam immer wieder zu Halbchancen, viele zwingende Möglichkeiten kreierte die Truppe von Rangnick aber nicht.

Die gefährlichste Torchance hatte Linksverteidiger Alex Telles, der einen Freistoß aus spitzem Winkel scharf aufs Tor schoss (68.), allerdings nur die Latte traf. Die hohe Intensität, die Rangnick von seinen Spielern einfordert, hinterließ im Verlauf der Partie Spuren.

Guter Start mit Luft nach oben

So nahm die Dominanz der Red Devils im weiteren Verlauf etwas ab und das Gegenpressing funktionierte nicht mehr so gut wie in Halbzeit eins. Eine Viertelstunde vor Schluss erzielte der Brasilianer Fred dann aber den verdienten Treffer zum 1:0.

Was Rangnick von seinen Akteuren im Old Trafford sehen will, war klar erkennbar. In kürzester Zeit vermittelte der Trainer den Spielern seine Idee. Bis diese aber komplett in Fleisch und Blut übergeht, dürfte es noch eine Weile dauern.

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