Transferzeugnis Leverkusen: Der nächste Südamerikaner überzeugt

Stolze sieben Neuzugänge präsentierte Bayer Leverkusen im Laufe der vergangenen Transferphase. Einige Akteure schafften dabei ohne Anlaufschwierigkeiten den Sprung in die Stammelf. FT zieht ein erstes Zwischenfazit.

Bayer hat im Sommer kräftig eingekauft
Bayer hat im Sommer kräftig eingekauft ©Maxppp

Odilon Kossounou (FC Brügge/23 Mio.)

Angeblich hatte die halbe Premier League den 1,90-Mann von der Elfenbeinküste auf dem Schirm. Letztendlich entschied sich Kossounou jedoch für einen Wechsel nach Leverkusen. Auf Anhieb spielte sich der 20-Jährige in der Innenverteidigung neben Jonathan Tah fest und erweckte zumeist einen grundsoliden Eindruck. Dennoch wackelte der Rechtsfuß das eine oder andere Mal im Stellungsspiel und Spielaufbau und war an so manchem Gegentreffer nicht unbeteiligt. Einem jungen Neuzugang, der erst seit kurzer Zeit in Deutschland aktiv ist, dürfte das aber wohl schnell verziehen werden. Grundsätzlich scheinen der Entwicklung von Kossounou keine Grenzen gesetzt zu sein, doch aufgepasst, die Rückkehr von Edmond Tapsoba nach überstandener Verletzung mischt den Konkurrenzkampf in der Abwehr neu auf. Note: 3

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Odilon Kossounou 2122

Amine Adli (FC Toulouse/7,5 Mio.)

In der zweiten französischen Liga zog der 21-Jährige mit konstant starken Auftritten die Aufmerksamkeit viele europäischer Topklubs auf sich. Schnell stand Adli auch in Leverkusen auf dem Feld und empfahl sich über engagierte Kurzeinsätze für kommende Aufgaben. Demgegenüber war dem Flügelspieler häufig anzumerken, dass er sich an das Tempo der Bundesliga erst noch gewöhnen muss. Physische Defizite führten oftmals zu einer schwachen Zweikampfführung und einfachen Ballverlusten. Auch in naher Zukunft wird sich Adli daher voraussichtlich mit der Rolle des Rotationsspielers anfreunden müssen. Immerhin bejubelte der Franzose bei 4:0-Auswärtssieg in der Europa League bei Celtic Glasgow seinen ersten Treffer im Bayer-Trikot. Note: 3,5

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Mitchel Bakker (Paris St. Germain/7 Mio.)

Seit seinem Wechsel aus Paris an den Rhein gehört der Linksverteidiger aus den Niederlanden zum Stammpersonal bei der Werkself. Mit einem Treffer, zwei Assists sowie Flankenläufen in höchster Geschwindigkeit setzte Bakker bislang in der Bundesliga die offensiven Akzente, die man von Daley Sinkgraven und Wendell in den vergangenen Jahren schmerzlich vermisste. Insbesondere die Begegnungen und die Gegentorflut gegen die Top-Teams von Borussia Dortmund (3:4) sowie dem FC Bayern München (1:5) zeigten dem 21-Jährigen allerdings eindeutig die vorhandenen Grenzen im Defensivverhalten auf. Note: 2,5

Robert Andrich (Union Berlin/6,5 Mio.)

Erst gefeierter Torschütze zum 1:0, dann folgte eine unnötige Rote Karte vor der Halbzeit – auf den letzten Einsatz für Leverkusen in Stuttgart (3:1) wird Andrich mit gemischten Gefühlen zurückblicken. Generell festigte sich beim defensiven Mittelfeldspieler in seinen bisherigen fünf Einsätzen der Eindruck, dass sich der 27-Jährige zwar auf einem guten Weg befindet, aber die Bindung zum Spiel der Werkself noch nicht vollends gefunden hat. Trotzdem wird der Neuzugang von Union Berlin sicherlich ein wichtiges Puzzleteil in der Mannschaft von Gerardo Seoane werden, denn der Rechtsfuß soll nach dem Karriereende der Zwillinge Lars und Sven Bender die nötige Mentalität und Zweikampfhärte in den Verein bringen. Note: 3,5

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Piero Hincapié (CA Talleres/6,35 Mio.)

Der 19-jährige Verteidiger aus Ecuador nahm wohl die rasanteste Entwicklung aller Neuzugänge. Ursprünglich sollte Hincapié, der sich im Sommer vor allem durch bemerkenswerte Leistungen bei der Copa América in den Fokus gespielt hatte, behutsam aufgebaut werden. Schon bei seinem Bundesligadebüt in Stuttgart überzeugte der Südamerikaner aber mit einer unaufgeregten und fehlerfreien Vorstellung. Wenige Tage später rückte der Verteidiger bei Celtic Glasgow (4:0) erstmals in die Startelf und krönte eine erneut brillante Performance mit seinem ersten Treffer. Zudem stellte der Linksfuß bereits mehrfach unter Beweis, dass er auch als Außenverteidiger einsetzbar ist. Leverkusen hat sich wohl ein großes Juwel geangelt. Note: 2

Piero Hincapié 2122

Zidan Sertdemir (FC Nordsjaelland/2,5 Mio.)

Nach Kai Havertz und Florian Wirtz steht der nächste vielversprechende Nachwuchsspieler bei der Werkself in den Startlöchern. Aus der Talentschmiede von Nordsjaelland wechselte Sertdemir im Sommer an den Rhein und trainierte umgehend bei den Profis mit. Spielpraxis sammelt der 16-Jährige derzeit in Leverkusens U19, wo der Däne regelmäßig sein Potenzial aufblitzen lässt und es in acht Einsätzen auf sechs Treffer sowie zwei Assists bringt. Am vergangenen Wochenende bei der Niederlage gegen den FC Bayern München wurde der zentrale Mittelfeldakteur von Gerardo Seoane erstmals in den Profikader berufen. Ohne Bewertung

Andrey Lunev (Zenit St. Petersburg/ablösefrei)

Am überzeugenden Kapitän Lukas Hradecky gibt es kein Vorbeikommen - das dürfte Lunev allerdings bereits vor seinem Transfer nach Leverkusen klar gewesen sein. Als Ersatz von Lennart Grill, der sich momentan durch ein Leihgeschäft beim norwegischen Klub SK Brann Bergen entwickelt, wurde der gestandene Schlussmann von Anfang an als Nummer zwei verpflichtet. Der 29-Jährige, der schon siebenmal für die russische Nationalmannschaft auflief, wartet noch ohne zu meckern auf einen Einsatz im Ligabetrieb. Lediglich bei Testspielen in der Sommerpause durfte der Rechtsfuß sein Können zur Schau stellen. Ohne Bewertung

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