Mit einem Sieg hat sich Borussia Dortmund in die kurze Winterpause verabschiedet. Dass das 3:1 in Wolfsburg zustande kam, ist Balsam für die BVB-Seele. Genau darauf muss Nuri Sahin nun aufbauen.

Dicke Socken an, heiße Tasse Tee, Plätzchenteller, Fernseher an und ab auf die Couch. Vor allem dieser Tage bekommen die eigenen vier Wände nochmal eine ganz neue Bedeutung. Wie sehr Borussia Dortmund sein Wohnzimmer Signal Iduna Park liebt, offenbart ein Blick auf die Heimtabelle. Dort grüßt der BVB von der Tabellenspitze, hat einen Punkt Vorsprung auf den FC Bayern.
Zur Weihnachtsanalogie passt aber auch, dass man über die Feiertage von Mal zu Mal auch vor die Tür muss, um der teils ungeliebten Verwandschaft einen Anstandsbesuch abzustatten. Unter Umständen sogar zu den Schwiegereltern, in deren Wohnzimmer es so überhaupt gar nicht mollig und heimelig ist. Die Schwarz-Gelben bilden da keine Ausnahme, in der Fremde fühlen sich die Borussen einfach nicht Zuhause, fünf Punkte bedeuten Platz 13 in der entsprechenden Tabelle.
Alarmierendes Rückrundenprogramm
Die frappierende Auswärtsschwäche wird etwas kaschiert durch den Dreier, den die Dortmunder im letzten Bundesliga-Spiel dieses Jahres in Wolfsburg holen konnten. In der Heim-/ Auswärtsaufteilung versteckt sich aber noch ein anderer Fakt, der beim BVB die Alarmglocken läuten lassen sollte. Nahezu alle Topklubs waren in dieser Spielzeit bereits zu Gast an der Strobelallee 50, was im Umkehrschluss bedeutet, dass nach der Winterpause die entsprechenden Auswärtsspiele anstehen.
Dass Bayer Leverkusen zur vorletzten Hinrunden-Partie am ersten Spieltag des kommenden Jahres in Dortmund gastiert, passt ins Bild. Das Rückspiel in Leverkusen wird so etwas wie der Schlussakkord einer überaus herausfordernden Rückrunde sein.
Die Overtüre mimt am 18. Spieltag die Partie in Frankfurt. Es folgt das kleine Revierderby an der Castroper Straße in Bochum sowie Spiele in Leipzig, Freiburg, München und schließlich wie erwähnt Leverkusen. Das sakrosankte Dauerziel Champions League-Qualifikation hat Sahin mit lediglich zwei Punkten Rückstand auf das viertplatzierte RB Leipzig noch voll im Blick.
Sahin muss liefern
Liefern muss der Trainer-Novize jetzt aber nach Neujahr. Womöglich wird ihm dafür neues Personal zur Verfügung gestellt. Vor allem die Verletzungsflut in der Abwehr haben die Lücken im Kader offenkundig werden lassen. Nicht auszudenken, hätte sich Nico Schlotterbeck gegen den FC Barcelona doch schwerer verletzt.
Aber auch für andere Mannschaftsbereiche werden Sebastian Kehl und Co. die Augen offenhalten. Am Ende steht aber Sahin in der Verantwortung. Findet er keinen Gegenzauber für den Auswärtsfluch, gerät die zentrale Zielvereinbarung in seinem Vertrag und damit die Jobgarantie schneller ins Wanken als ihm lieb sein könnte.
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