Bundesliga

Sechs Trainerkandidaten beim BVB

Interimscoach Mike Tullberg wird Borussia Dortmund mindestens noch in dieser Woche betreuen. Für die Zukunft wird ein neuer Trainer gesucht. FT checkt die Kandidaten.

von Lukas Hörster
4 min.
Niko Kovac mit BVB-Logo @Maxppp

Niko Kovac (vereinslos)

Verfügbarkeit: Kovac wurde vor zehn Monaten in Wolfsburg entlassen und könnte sofort anfangen, zögert aber noch. Bei einem Treffen mit den BVB-Bossen stellte der ehemalige Bayern-Coach klar, dass er nicht nur als Feuerwehrmann bis Saisonende einspringen, sondern eine Bleibe-Perspektive haben will.

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Stil: Laut der ‚Bild‘ ist der Kroate die „Toplösung“ in den Augen der Dortmund-Bosse. Ob er jedoch sofort helfen kann? Kovac-Teams sind für ihre außerordentliche Fitness bekannt. Ohne Saisonvorbereitung und mit vielen englischen Wochen kann Kovac den BVB aber nicht wesentlich fitter machen. Umschaltspiel ist Kovac näher als durchgeplanter Ballbesitz – das könnte der Offensive um die Sprinter Karim Adeyemi, Jamie Gittens und Maxi Beier entgegenkommen. Techniker wie Pascal Groß oder Julian Brandt könnten einen schwereren Stand haben.

Ralf Rangnick (Österreich)

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Verfügbarkeit: Auch mit Österreichs Nationaltrainer hat sich der BVB laut ‚Sky‘ schon getroffen, um über eine Interimstrainer-Rolle zu sprechen. Das Ergebnis: Rangnick hat laut ‚ran‘ keinerlei Interesse am BVB-Job. Ob sich das bis Sommer nochmal ändert, ist fraglich. Sein Vertrag beim ÖFB läuft noch bis Ende 2025. Im Sommer hatte er dem FC Bayern abgesagt.

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Stil: Rangnick steht für bestens organisiertes Pressing und schnelles Umschalten. Der 66-Jährige hat oft bewiesen, nicht nur Mannschaften, sondern ganzen Vereinen oder Konstrukten Struktur und Leitlinien verleihen zu können. Die Weiterentwicklung zu absoluten Topklubs blieb aber überall aus. Dafür reichten Rangnicks Ideen im Spiel mit dem Ball nicht aus. Als eher kauziger Übungsleiter mit Schalke- und Red Bull-Vergangenheit wäre er in Dortmund auch sicherlich kein Publikumsliebling.

Manuel Pellegrini (Betis Sevilla)

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Verfügbarkeit: Der 71-Jährige gewann schon Titel in England und Spanien. Seit 2020 trainiert er Betis Sevilla, sein Vertrag läuft noch bis 2026. ‚La Tercera‘ aus seiner chilenischen Heimat brachte Pellegrini zuletzt beim BVB ins Spiel. Wenn überhaupt, geht es dabei aber um eine Übernahme im Sommer.

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Stil: Pellegrini lässt gerne mit technisch guten Spielern einen strukturierten Ballbesitz spielen, ist aber in der Lage, auch konservative Anpassungen vorzunehmen. In der Vergangenheit setzte er gerne auch mal auf eine Doppelspitze. Eine solche gäbe der BVB-Kader mit dem Duo Beier und Serhou Guirassy durchaus her.

Sebastian Hoeneß (VfB Stuttgart)

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Verfügbarkeit: Der Vertrag des Erfolgstrainers in Stuttgart läuft noch bis 2027. Per Ausstiegsklausel, die ‚Sky‘ zufolge auch im Falle des Verpassens der Champions League für den BVB gilt, darf Hoeneß aber im Sommer für sieben bis acht Millionen Euro wechseln. Das macht ihn zur Traumlösung für viele Dortmunder. Auch Bayer Leverkusen und RB Leipzig sind mögliche Ziele. Bis April muss die Klausel gezogen werden.

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Stil: Hoeneß‘ Idee basiert auf Ballbesitz und vielen kurzen Pässen, mit denen der Gegner aus der Deckung gelockt werden soll. Ein Stil, in dem unter anderem Dortmunds Sommer-Einkäufe Waldemar Anton, Pascal Groß und schon Guirassy bestens funktionierten. Würde Hoeneß einen ähnlich attraktiven Fußball wie mit dem VfB bieten, wäre seine Bayern- und RB-Vergangenheit schnell vergessen.

Roger Schmidt (vereinslos)

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Verfügbarkeit: Schmidt ist nach seiner Entlassung im Spätsommer bei Benfica Lissabon zwar arbeitslos – verspürt aber aktuellen keinen Grund, das zu ändern. „Diese Saison übernehme ich auf keinen Fall einen neuen Verein“, sagte er zuletzt im Podcast ‚Spielmacher‘. Daran ändert auch die laut der ‚Sport Bild‘ erfolgte Kontaktaufnahme des BVB nichts. Schmidt: „Ich spreche mit jedem. Warum sollte ich das nicht tun?“ Ab Sommer könnte er schließlich in den Job und in die Bundesliga zurückkehren. Auch in Leipzig steht Schmidt hoch im Kurs.

Stil: Schmidt steht für bedingungsloses Pressing und radikalen Offensivfußball. Ein Stil, mit dem in Dortmund einst schon Peter Bosz scheiterte. Greift aber ein Rädchen ins andere, begeistert diese Spielweise fraglos. Titel holte Schmidt schon in Österreich, den Niederlanden, Portugal und China. Auch der 57-Jährige hat eine Red Bull-Vergangenheit.

Urs Fischer (vereinslos)

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Verfügbarkeit: Seit seinem Abschied nach mehr als fünf Jahren bei Union Berlin ist Fischer ohne Job. Dem Schweizer ‚Blick‘ zufolge ist der Schweizer heiß auf die Stelle beim BVB. Und auch Dortmund hat zumindest schon über Fischer nachgedacht.

Stil: Doch passt der Spielstil kaum nach Dortmund und hat auch fast keine Übereinstimmungen mit den anderen Kandidaten. Fischer ließ in Berlin Kämpfer- und Mauerfußball spielen, verließ sich offensiv häuft auf exzellente Standards. Dass er Union damit bis in die Champions League führte, ist eine große Leistung – statistisch aber kaum erklärbar.

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