Wegen Klassenerhalt: Drei Werder-Transfers schon klar

Gestern feierten die Bremer den Klassenerhalt. Heute müssen sich die Vereinsbosse schon der Personalplanung widmen. Es warten große finanzielle Hürden.

Werder feiert den Klassenerhalt
Werder feiert den Klassenerhalt ©Maxppp

Beim SV Werder will man in diesem Sommer keinen Stein auf dem anderen lassen. Florian Kohfeldt soll zwar tendenziell bleiben, das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Mitte der Woche steht nun die Aufarbeitung der Saison an, dazu soll besprochen werden, welche Baustellen Frank Baumann auf dem Transfermarkt angeht. Drei Entscheidungen sind angesichts des Klassenerhalts bereits getroffen.

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Die Kaufverpflichtungen für Leonardo Bittencourt (26) und Ömer Toprak (30) greifen nun automatisch. Bittencourt kommt für sieben Millionen Euro aus Hoffenheim, Toprak für vier Millionen vom BVB. Und auch die Leihe von Davie Selke (25) verlängert sich um ein Jahr. Zu allem Überfluss beinhaltet auch sein Vertrag einen obligatorischen Kauf. 2021 wandern für den Stürmer, der zuletzt gar nicht mehr zum Einsatz kam, also mehr als zehn Millionen an Hertha BSC. Sofern Werder erneut die Klasse hält.

Notverpflichtungen das Problem

Es sind also vor allem die späten Not-Transfers aus dem vergangenen August und Januar, die nun aufs Budget drücken. Fixe 21 Millionen Euro sind schon weg. Da wird es schwierig, die in dieser Rückrunde wichtigste Leihgabe Kevin Vogt festzuverpflichten. Der 28-Jährige würde zwar am liebsten bleiben, Hoffenheim seinerseits auch gerne verkaufen. Dass Werder so viel Geld aufbringen kann, ist allerdings fraglich.

Frank Baumann muss sich nun erst einmal der Verkaufsseite widmen. Dort steht an erster Stelle Milot Rashica (24). Großes Interesse bekundet nach wie vor RB Leipzig. Jene 38 Millionen Euro Ablöse, die bis Mitte des vergangenen Monats als Ausstiegsklausel vereinbart waren, sind aber voraussichtlich nicht annähernd zu erzielen.

Verkäufe unter Marktwert?

Weitere Kandidaten, um die Werder-Kasse zu füllen, sind Jirí Pavlenka (28), Ludwig Augustinsson (26), Davy Klaassen (27), Maximilian Eggestein (23) oder auch Milos Veljkovic (24).

Für alle Genannten gibt es auf nationaler wie internationaler Ebene einen gewissen Markt. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise muss sich Baumann jedoch auf niedrigere Preise einstellen. Dass bei Werder ein gewisser Verkaufszwang besteht, wissen nun mal auch die Interessenten.

Klar ist: Ein Umbruch an der Weser zeichnet sich ab. Das noch vor dieser Saison anvisierte internationale Geschäft gerät immer mehr außer Reichweite. Ob nun mit Florian Kohfeldt oder ohne – es wäre eine Überraschung, wenn die Bremer zur kommenden Spielzeit einen qualitativ mehr oder weniger gleichwertigen Kader aufgestellt bekämen.

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