City nach dem Leicester-Debakel: Die Defensivprobleme bleiben

Die 2:5-Niederlage gegen Leicester City am gestrigen Sonntagabend offenbarte Manchester Citys Probleme in der Defensive. Erstmalig bekam ein von Pep Guardiola trainiertes Team fünf Tore eingeschenkt. FT wirft einen Blick auf die Defensiv-Baustellen und die Transferpolitik der Citizens.

Pep Guardiola fiebert an der Seitenlinie mit
Pep Guardiola fiebert an der Seitenlinie mit ©Maxppp

Nach zwei Siegen aus zwei Spielen folgte am dritten Spieltag ein gewaltiger Dämpfer für Manchester City: Im eigenen Stadion ging das von Pep Guardiola trainierte Starensemble 2:5 gegen Leicester City unter. Trotz kostspieliger Transfers in den letzten Jahren fehlt den Citizens noch die benötigte defensive Stabilität, um die großen Ambitionen des Scheichklubs zu erfüllen und weitere Titel zu gewinnen.

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Teure Transfers, wenig Ertrag?

In den letzten Jahren gaben die Skyblues mit großem Abstand am meisten Geld für neue Defensivspieler aus. Fünf der zehn weltweit teuersten Verteidiger wechselten seit 2016 nach Manchester: 53 Millionen Euro für Kyle Walker (30), 56 Millionen Euro für John Stones (26), 57 Millionen Euro für Benjamin Mendy (26) und jeweils 65 Millionen Euro für Aymeric Laporte (26) sowie João Cancelo (26) wurden investiert.

Lediglich Laporte und Walker schlugen voll ein und sicherten sich auf Anhieb einen Stammplatz. Mendy und Stones schafften es hingegen verletzungsbedingt nicht, ihr volles Potenzial abzurufen. Auch Cancelo erlebte eine schwierige Premieren-Saison in England und fand sich zumeist auf der Bank wieder. Erst gegen Ende der vergangenen Spielzeit stand der Portugiese häufiger auf dem Platz.

Aké und Dias – reicht das wirklich?

Nun reagiert City auf die anhaltenden Defensivprobleme im aktuellen Transferfenster: Nathan Aké (25) wurde für 45 Millionen Euro vom Premier League-Absteiger AFC Bournemouth geholt – zudem steht man vor der Verpflichtung von Benfica Lissabons Rúben Dias, der stolze 60 Millionen Euro kosten soll. Nicolás Otamendi (32), der in einen möglichen Dias-Deal eingebunden werden könnte sowie Oleksandr Zinchenko (23) werden die Citizens vermutlich noch verlassen.

Doch weder Aké noch Dias haben sich bisher auf internationalem Topniveau bewährt: Aké überzeugte in Bournemouth mit klugem Aufbauspiel und ist zudem für sein hohes Tempo bekannt, zu den Top-Innenverteidigern in der Premier League zählt der Niederländer jedoch nicht. Ähnlich wie damals bei der Verpflichtung von John Stones birgt der Transfer ein gewisses Risiko.

Auch Rúben Dias bringt die von Guardiola gewünschte Qualität in der Spieleröffnung mit, hat bisher allerdings lediglich in der deutlich schwächeren portugiesischen Liga gespielt. Der 23-Jährige wird seine Zeit brauchen, um sich an die enorme Geschwindigkeit und physische Spielweise der Premier League zu gewöhnen.

Hat City seine Chance verpasst?

Anfang 2018 schnappte der FC Liverpool den Citizens Virgil van Dijk vor der Nase weg. Der 85-Millionen-Transfer entwickelte sich zum besten Innenverteidiger der Welt – seit der Ankunft des 29-Jährigen gewann Liverpool die Liga und die Champions League.

Nun könnte City erneut ein Top-Spieler durch die Lappen gegangen sein: Nach lang anhaltenden Gerüchten um einen Wechsel hat man aufgrund der hohen Ablöseforderung der SSC Neapel (kolportierte 90 Millionen Euro) Abstand von Kalidou Koulibalys Verpflichtung (29) genommen. Koulibaly hat seine Weltklasse im Gegensatz zu Aké und Dias bereits in einer der Top-Ligen unter Beweis gestellt und hätte mit seiner herausragenden Physis gut in die Premier League gepasst.

Abschieds-Poker um García

Eric García ist derweil noch immer Kandidat für einen Abgang – der 19-Jährige möchte offenbar zum FC Barcelona zurückkehren. Ein Transfer hakt jedoch an unterschiedlichen Ablösevorstellungen beider Vereine. Sollte es zu keiner Einigung kommen, wird der hochveranlagte Spanier Manchester aller Voraussicht nächstes Jahr ablösefrei verlassen.

Doch unabhängig davon, wie der García-Poker letztlich ausgeht, die deutliche Niederlage vom Wochenende dürfte gezeigt haben, dass der Schuh bei den Skyblues momentan vor allem in der Defensive drückt.

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