Kovac in Monaco: Den ersten Sturm sicher umschifft

In seinen ersten drei Monaten bei der AS Monaco hat Niko Kovac bereits die Höhen und Tiefen des Trainer-Daseins erlebt. Am heutigen Freitagabend empfängt der ehemalige Bayern-Trainer mit seinen Monegassen den Serienmeister PSG.

Niko Kovac an der Seitenlinie der AS Monaco
Niko Kovac an der Seitenlinie der AS Monaco ©Maxppp

Rund drei Monate konnte Niko Kovac das ruhige Wasser der Côte d’Azur genießen. Dann kam der erste Sturm auf – in Form einer 1:4-Niederlage bei Olmypique Lyon. Bereits nach 45 Minuten hatte OL mit 4:0 geführt, Kovacs Mannschaft verteidigte stümperhaft.

Unter der Anzeige geht's weiter

Nach dem Spiel leistete der Trainer der AS Monaco dann öffentlich Abbitte: „Wir haben falsche Entscheidungen getroffen und dabei schließe ich mich mit ein. Ich habe die Mannschaft aufgestellt, ich habe mich für die Formation entschieden.“ Für Kovac und Co. war es der erste echte Härtetest gegen einen Gegner auf Augenhöhe.

Der zweite wird am heutigen Freitagabend folgen. Die Monegassen empfangen um 21 Uhr Paris St. Germain, große Sorgen macht man sich im Fürstentum vor dem Duell gegen den Serienmeister aber nicht. Denn Kovac trotzte seinem ersten Sturm und schaffte es, erfolgreich das Ruder herumzureißen.

Erfolgreiche Mannschaftsführung

Auf die Lyon-Niederlage folgten zwei starke Auftritte gegen Girondins Bordeaux (4:0) und den OGC Nizza (2:1). Nach zehn Spieltagen steht Monaco somit auf dem sechsten Tabellenplatz – nur einen Punkt von den Champions League-Rängen entfernt.

Bei der ASM ist man von Kovac überzeugt. Vor allem seine Mannschaftsführung findet Anklang. „Er ist ein Trainer, der es schafft, Strenge und Disziplin durchzusetzen, ohne dabei die Nähe zur Mannschaft zu verlieren“, verriet eine vereinsnahe Quelle, die anonym bleiben wollte, unserer französischen Partnerredaktion Foot Mercato, „er ist anspruchsvoll, aber nach Meinung der Spieler behandelt er alle gleich und ist fair.“

So konnte er auch die negative Erfahrung der Lyon-Niederlage in etwas Positives umwandeln: „Er hat gegenüber der Mannschaft zugegeben, dass er einen Teil der Verantwortung für die Niederlage trägt und das Team danach konstruktiv umgestellt. Nach den Siegen gegen Bordeaux und Nizza lobte er die Spieler, fordert dann aber direkt wieder mehr. Er drängt die Spieler, immer mehr zu tun und an sich zu arbeiten. Das kommt gut an.“

Talente blühen auf

Darüber hinaus freuen sich vor allem Fans und Vereinsführung über die Tatsache, dass Kovac sich nicht scheut, auf junge französische Talente und Eigengewächse zu setzen. Benoît Badiashile (19), Aurélien Tchouaméni (20), Youssouf Fofana (21), Sofiane Diop (20) oder Axel Disasi (22) kommen unter dem 49-Jährigen regelmäßig zum Einsatz.

Hinzukommt Willem Geubbels, der 2018 als eine der größten Sturmhoffnungen Frankreichs für 20 Millionen Euro zu Monaco gewechselt war. Verletzungsbedingt spielte der 19-Jährige nie ein Rolle, unter Kovac hat er sich nun etabliert. In sieben Spielen durfte Geubbels als Joker auflaufen und demonstrierte dabei seine beeindruckende Athletik.

Nach langen Jahren mit einem überteuerten Kader, der keine Leistung zeigte, hat Kovac den Umbruch eingeleitet. Das verschafft dem ehemaligen Bayern-Coach Respekt und Rückhalt im Verein, den es an der Côte d’Azur braucht, um Sturmfronten unbeschadet zu umschiffen – egal ob sie Olympique Lyon oder auch Paris St. Germain heißen.

Weitere Infos

Kommentare