Tor

Lukas Hradecky: Slapstick-Wackler zu Beginn, der allerdings folgenlos blieb. Ansonsten gab er sich Mühe, den Spielaufbau mitzugestalten, ging dabei auch gerne mal ins Risiko. Beim Gegentreffer durch Morata war er zwar am Ball, aber letztlich schuldlos, weil der Kopfball aus zu kurzer Distanz kam.

Abwehr

Mitchell Weiser: Der Rechtsverteidiger erhielt nach der frühen Auswechslung gegen Frankfurt seine Bewährungschance. Dabei war er von Beginn an gut drin im Spiel. Allerdings musste er aufgrund des zentrumslastigen Spiels der Madrilenen in Durchgang auch eins kaum Defensiv-Zweikämpfe führen. Das Tor fiel dann allerdings über seine Seite, als er sehr weit eingerückt war.

Jonathan Tah: Nach seiner Grippe zurück in der Startelf. Unaufgeregt, meist souverän und solide im Aufbauspiel – so sein Zeugnis für Halbzeit eins. Danach fahriger und fast zwangsläufig auch das Ende der Fehlerkette beim 0:1 durch Morata, den er sehenden Auges entwischen ließ.

Sven Bender: Bis zum Pausentee ein höchstsouveräner Auftritt des Defensivmanns. In den Zweikämpfen mit Correa und Diego Costa immer Herr des Geschehens. Auch danach, als Atlético stärker wurde, mit gutem Stellungsspiel. An ihm lag es nicht, dass die Leverkusener vorne wenig zustande brachten.

Lars Bender: Musste wegen der Umstellung auf Viererkette auf der ungewohnten Linksverteidiger-Position ran. Dort zwar nicht als Flankenläufer, dafür aber als defensive Bank durchaus überzeugend. Im gesamten Spiel verlor er gefühlt keinen Zweikampf, konnte aber auch wenig dabei helfen, am Ende des Spiels noch einmal Druck aufzubauen.

Mittelfeld

Karim Bellarabi: Der Sprinter ließ seine Gefährlichkeit aufblitzen, wenn er etwas Wiese vor sich hatte. Wirklich Konstruktives brachte Bellarabi jedoch nicht zustande – dabei ist Gegenspieler Lodi alles andere als ein Defensiv-Spezialist. Machte einfach zu wenig aus den durchaus vorhandenen Räumen.

Kerem Demirbay: Er sollte in der Zentrale das Aufbauspiel lenken, was ihm ebenso gelang wie über weite Strecken der bisherigen Saison – nämlich nicht zufriedenstellend. In Halbzeit eins, als Leverkusen überlegen war, schwamm er mit. Nach der Pause baute er merklich ab. Von dem Rekordtransfer muss deutlich mehr kommen.

Julian Baumgartlinger: Den Job als Abräumer füllte der Österreicher einmal mehr mit Inbrunst aus. War er am Ball, stieß er gegen dichtgestaffelte Madrilenen dann jedoch an seine Grenzen. Der gefährlichste Abschluss in Durchgang eins ging auf sein Konto, als er eher zufällig an den Ball kam.

Kai Havertz: Viel unterwegs, auch mit einigen guten Ideen, aber momentan einfach nicht mit dem Drive, der ihn noch zu Saisonbeginn ausgezeichnet hatte. Hier und da schlichtweg zu unpräzise, was keinesfalls an mangelhafter Technik liegt. Musste dann auch schon eine Viertelstunde vor Schluss vom Feld, obwohl Bayer zu diesem Zeitpunkt nur ein Tor zum Sieg fehlte.

Nadiem Amiri: In der ein oder anderen aussichtsreichen Situation agierte der Neuzugang nicht zielstrebig genug, musste aber auf seiner linken Seite auch viel Defensivarbeit leisten. Die Form von der U21-EM hat Amiri bislang nicht wiedergefunden.

Angriff

Kevin Volland: Als einzige Sturmspitze hatte der Linksfuß gegen die Abwehrbrocken von Atlético einen schweren Stand. In den wenigen Situationen, die ihm blieben, agierte er dann aber nicht mit der nötigen Entschlossenheit. Erst ganz zum Ende hin dann mit zwei, drei gefährlichen Durchbrüchen, insgesamt aber mit einem durchwachsenen Auftritt.

Einwechslungen

ab 76. Minute Paulinho für Havertz: Der junge Brasilianer verzeichnete kurz vor Ende der Partie noch einmal einen Abschluss, konnte ansonsten aber keinen Einfluss mehr nehmen. Ohne Bewertung.

ab 84. Lucas Alario für Demirbay: Kurzer Auftritt für den DFB-Schreck, der als Joker aber in diesem Spiel nicht mehr auftrumpfen konnte. Ohne Bewertung.

ab 90+3. Aleksandar Dragovic für S. Bender: Ersetzte den am Sprunggelenk verletzten Bender kurz vor Ende. Ohne Bewertung.

Die Noten

Torfolge

78. Álvaro Morata (Kopfball, Lodi)