João Félix umkurvte im gestrigen Ligaspiel gegen CD Santa Clara (2:0) seine Gegenspieler wie Slalomstangen. Aufgeboten als hängende Spitze führte der portugiesische U21-Nationalspieler leichtfüßig Regie und war an zahlreichen Offensivaktionen von Benfica Lissabon beteiligt.

Es läuft die 53. Spielminute: Félix setzt kurz vorm gegnerischen Strafraum zum Lupfer an und düpiert seinen Gegenspieler César Martins. Mannschaftskollege Pizzi marschiert in den Sechszehner und gibt das Leder an Andrija Zivkovic weiter. Der 22-jährige Zivkovic legt von außen mustergültig für Félix auf, der jedoch knapp verpasst. Nicht das erste Mal in diesem Spiel, dass der Teenager einen gefährlichen Angriff selbst einleitet.

Unbekümmerte Spielweise

Ob im offensiven Mittelfeld, als Links- oder Rechtsaußen, hängende Spitze oder klassischer Mittelstürmer – Félix ist ein polyvalenter Spieler. Im Aufeinandertreffen mit Aufsteiger Santa Clara stieß den Zuschauern besonders das blinde Verständnis mit Mittelfeldmotor Pizzi ins Auge. Darüber hinaus sicherte für er für 29-jährigen Portugiesen ab, falls dieser sich in den Angriff einschaltete.

In der 78. Minute wurde Félix dann erneut selbst gefährlich. Nach einem langgezogenen Freistoß in den Strafraum nahm er den Ball gefühlvoll an, legte ihn auf seinen starken rechten Fuß und zwang Keeper Serginho mit einem Schlenzer zu einer Glanzparade.

Starke Statistiken

Der Portugiese hat eine steile Entwicklung hinter sich. In Folge der überzeugenden Auftritte verlängerte Benfica den Vertrag mit seinem Mittelfeldjuwel im November bis ins Jahr 2023. Bevor ihm der Durchbruch in der ersten Mannschaft gelang, hatte der Wunderknabe bereits in der eigenen U19 sowie bei der Zweitvertretung brilliert.

Besonders in der zweiten portugiesischen Liga drückte er im Reserveteam von Benfica dem Offensivspiel seinen Stempel auf. Folgerichtig stehen nach 29 Einsätzen sieben Tore und fünf Vorlagen zu Buche. Ähnlich wie im Profikader wurde Félix auf verschiedenen Offensivpositionen eingesetzt.

Riesiges Potenzial registriert

Félix hat sich bereits in die Notizblöcke einiger europäischer Topklubs gespielt. Scouts von Borussia Dortmund und dem FC Chelsea haben den Spielgestalter mehrfach beobachten lassen. Indes hat der zehnfache U21-Nationalspieler den Blues einen Korb erteilt. Damit hat er sich gegen das Geschäftsmodell von Chelsea entschieden. Die Klubverantwortlichen an der Stamford Bridge erhoffen sich durch das Leih-Prinzip hohe Transfererlöse.

Die AS Monaco hat im Sommer 20 Millionen Euro für Félix auf den Tisch gelegt. Eine durchaus verlockende Summe. Die Klubbosse lehnten jedoch ab. Benfica baute jüngst eine Ausstiegsklausel in Höhe von 120 Millionen Euro in seinen Vertrag ein. Die Klubverantwortlichen werden auch zukünftig bei solchen Angeboten den Hörer nicht abnehmen.

Ausreichend Spielpraxis bei Benfica

Der 19-jährige Félix hat bisher alles richtig gemacht. Während er in Liga NOS um die Meisterschaft mitspielt, hätten ihn die Blues wohl längst verliehen. Bei Monaco würde er aktuell gegen den Abstieg spielen.

Beim BVB stehen mit Marco Reus, Jadon Sancho, Christian Pulisic oder Jacob Bruun Larsen einige hervorragende Offensivkicker unter Vertrag. Einzig Benfica kann ihm ausreichend Spielpraxis garantieren.