Er ist der Dauerläufer der Bundesliga. Rund 13 Kilometer spulte Christoph Kramer in der vergangenen Saison für Borussia Mönchengladbach durchschnittlich pro Spiel ab. Insgesamt lief der 23-jährige Defensivmotor 204,6 Kilometer. Spitzenwert in der Bundesliga – und das in seiner Premierensaison. Der gebürtige Solinger ist für zwei Jahre von Bayer Leverkusen an die Elf vom Niederrhein ausgeliehen. Zuvor sammelte er ebenfalls zwei Jahre in der zweiten Liga beim VfL Bochum Spielpraxis.

Beim Testspiel gegen Polen gab Kramer sein Länderspieldebüt und rannte herausragende 14 Kilometer. Im Achtelfinale gegen Algerien feierte der Defensivstratege zudem in der 109. Minute sein WM-Debüt. Dem Vernehmen nach haben sich die Vorzüge des Nationalspielers nun auch bis Italien herumgesprochen. Wie die italienische Sporttageszeitung ‚Gazzetta dello Sport‘ berichtet, signalisiert der SSC Neapel Interesse am laufstarken Mittelfeldakteur der Gladbacher.

Bayer erster Ansprechpartner

Erster Ansprechpartner der Neapolitaner wäre aber Bayer Leverkusen, wo Kramer noch ein bis 2018 gültiges Arbeitspapier besitzt. Gleichzeitig müssten die Süditaliener Max Eberl kontaktieren, schließlich ist die 23-jährige Pferdelunge per Leihvertrag noch bis 2015 an die ‚Fohlen‘ gebunden. Da sich Kramer vergangene Saison am Niederrhein zum unverzichtbaren Leistungsträger mauserte und folglich in die Nationalmannschaft berufen wurde, darf durchaus bezweifelt werden, ob sowohl Gladbach als auch Leverkusen überhaupt mit sich verhandeln ließen.

Sollte der SSC dennoch ungeahnte Überredungskünste in petto haben und die Bundesligisten von einem Transfer des WM-Fahrers überzeugen können, könnte Kramer in Neapel das Erbe von Blerim Dzemaili oder Valon Behrami antreten. Da Inter Mailand sich offenbar an Gladbachs Granit Xhaka die Zähne ausbeißt, würden die ‚Nerazzurri‘ gerne einen der beiden Schweizer Nationalspieler ins Giuseppe Meazza holen.

Die ‚Azzurri‘ wiederum würden laut dem belgischen Onlineportal ‚Voetbal Nieuws‘ neben Kramer gerne Nacer Chadli von Tottenham Hotspur sowie Lucas Leiva vom FC Liverpool nach Neapel holen. Beide Premier League-Legionäre sind bei ihren Klubs nicht erste Wahl. Insbesondere der belgische Offensivallrounder Chadli würde sich nahtlos in die neapolitanischen Transferplänes der letzten Monate einreihen. Mit Moussa Dembélé, Jan Vertonghen (beide ebenfalls Tottenham Hotspur) und Thomas Vermaelen (FC Arsenal) standen zuletzt drei weitere Belgier im Fokus der Italiener. Bislang sieht die Ausbeute auf dem Sommertransfermarkt jedoch eher mau aus – und dürfte es zumindest im Fall Kramer voraussichtlich auch bleiben.