Klopps Ehrfurcht vor Everton

Die Premier League spielt verrückt. Everton, seit Jahren chronisches Mittelmaß, thront verlustpunktfrei an der Spitze, während Liverpool noch die Wunden nach dem 2:7 bei Aston Villa leckt. Morgen kommt es zum Merseyside-Derby.

Jürgen Klopp und Carlo Ancelotti treffen aufeinander
Jürgen Klopp und Carlo Ancelotti treffen aufeinander ©Maxppp

Jürgen Klopp hatte es kommen sehen. „Als ich hörte, dass Carlo Ancelotti bei Everton unterschreiben wird, dachte ich: ‚Oh, da kommt der nächste starke Konkurrent‘“, schildert der Trainer des FC Liverpool vor dem Merseyside-Derby am morgigen Samstag (13:30 Uhr) gegenüber der ‚BBC‘.

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Und tatsächlich formte Ancelotti aus den Toffees binnen kürzester Zeit aus einem Abstiegskandidaten den aktuellen Tabellenführer der Premier League. Die ersten vier Spiele gewann Everton allesamt, erzielte dabei im Schnitt drei Tore und war parallel auch im EFL Cup dreimal siegreich.

Lob für Transfers

Entscheidenden Anteil daran haben auch die Neuzugänge. Allan und Abdoulaye Doucouré kosteten zusammen 47 Millionen Euro und sorgen für Stabilität im Mittelfeld. „Sie haben genau die Spieler gefunden, die es brauchte, um ein bereits sehr gutes Team noch zu verbessern“, meint ein ehrfürchtiger Klopp.

Zu den neuen Spielern zählt auch James Rodríguez. Zum dritten Mal verpflichtete Ancelotti den Spielmacher, den er auf dem rechten Flügel einsetzt. Damit bildet der ablösefreie Ex-Bayer ein Top-Angriffstrio mit Richarlison und Mittelstürmer Dominic Calvert-Lewin, dem Durchstarter schlechthin.

Klopp ein DCL-Fan

„Ich habe wirklich erwartet, dass er große Entwicklungsschritte machen würde“, so Klopp über DCL, „er hat alles, was ein Top-Stürmer braucht. Größe, Beweglichkeit, Tempo, Hunger. Technisch ist er wirklich, wirklich gut. Dazu in der Luft, Abschlüsse mit dem Kopf und beiden Füßen.“

Neun Tore stehen für Calvert-Lewin nach sechs Pflichtspielen zu Buche. Dazu traf der 23-Jährige vor acht Tagen auch bei seinem Debüt für die englische Nationalmannschaft (3:0 gegen Wales). Sein Marktwert explodiert zurzeit – ein weiterer netter Nebeneffekt von Evertons Lauf.

Evertons Durststrecke

Doch klar ist auch: Im morgigen Derby treffen die Blauen erstmals in dieser Saison auf ein Top-Four-Team. Dazu ist der bislang letzte Ligasieg gegen den Stadtrivalen zehn Jahre her. Ob man auch gegen den amtierenden Meister performen kann? Eine der spannendsten Fragen des Wochenendes.

Liverpool kommt derweil als wankender Riese daher. Schließlich kassierten die Reds vor der Länderspielpause eine nicht für möglich gehaltene 2:7-Pleite bei Aston Villa. Ein Resultat, das schnell wieder aus den Köpfen raus soll. Die Fans besänftigen kann man naturgemäß am besten mit einem Sieg im Derby. Das weiß auch Klopp, der ein „wirklich interessantes Spiel“ erwartet.

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