Paciência & Ibisevic: Die größte Baustelle kreativ geschlossen

In den vergangenen Wochen und Monaten prasselten die schlechten Nachrichten nur so auf Schalke 04 ein. Die Verpflichtung von Gonçalo Paciência läuft da klar gegen den Trend.

Gonçalo Paciência im Trikot von Eintracht Frankfurt
Gonçalo Paciência im Trikot von Eintracht Frankfurt ©Maxppp

Es ist schon einige Zeit her, dass die Fans von Schalke 04 wirklich Grund zur Freude hatten. Die Königsblauen und gute Nachrichten schienen sich in der jüngeren Vergangenheit abzustoßen wie die Pole eines Magneten.

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Schlechte Nachrichten gibt es hingegen einige: Seit dem 17. Januar ist Schalke ohne Bundesliga-Sieg, Coach David Wagner ist laut einem Wettanbieter, der gleichzeitig als Sponsor von S04 fungiert, der wahrscheinlichste Kandidat für die erste Trainerentlassung.

Der Kader der Königsblauen ist unausgewogen – noch immer verfügt Schalke über keinen gelernten Rechtsverteidiger – und Geld für Neuzugänge gibt es nicht. Aussortierte Spieler wie Nabil Bentaleb oder Mark Uth sind plötzlich Hoffnungsträger. Und dann war da noch das Drama um Clemens Tönnies, der dem Verein mittlerweile den Rücken gekehrt und einen Schuldenberg hinterlassen hat.

Der heutige Dienstag wird sich in diesem Kontext für die königsblaue Gefolgschaft wohl so ähnlich wie Weihnachten angefühlt haben. Mit Gonçalo Paciência von Eintracht Frankfurt präsentierte Schalke den langersehnten neuen Stürmer. Es ist eine Verpflichtung, die vor wenigen Tagen noch völlig utopisch wirkte. Schließlich ist der 26-jährige Portugiese eigentlich nicht die Preisklasse eines S04s im Jahr 2020.

Gute Nachrichten

Dass es nun doch klappte, hat verschiedene Gründe. Die Tatsache, dass Paciência spätestens seit der Festverpflichtung von André Silva bei der SGE kaum noch Chance auf regelmäßige Spielzeit sah. Oder dass die Frankfurter den Schalkern beim Transfermodell entgegenkamen. Paciência wird für ein Jahr und eine Gebühr von kolportierten zwei Millionen Euro ausgeliehen. Die Kaufoption soll im zweistelligen Millionenbereich liegen – einen festen Transfer hätte sich Schalke nicht leisten können.

Und so hat es die sportliche Leitung der Schalker um Jochen Schneider, der sich in jüngsten Interviews schon mit Fragen zum möglichen Abstiegskampf konfrontiert sah, mit kreativen Lösungen und wenig Geld geschafft, die wohl wichtigste königsblaue Kaderbaustelle zu schließen. Denn auf keiner anderen Position brauchte S04 so dringend Verstärkungen wie im Sturm.

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir den Wechsel realisieren konnten. Es ist die Kombination aus Körperlichkeit und Technik, die sein Spiel auszeichnet. Vor allem wird uns Gonçalo im letzten Drittel noch torgefährlicher und unberechenbarer machen“, schwärmt Schneider.

Neben Paciência holte Schalke auch Vedad Ibisevic. Die Verpflichtung des 36-jährigen Routiniers steht nun in einem völlig anderen Licht da. Der ehemalige Herthaner kassiert kaum festes Gehalt, hat einen stark leistungsbezogenen Vertrag und kann nun hinter Paciência ohne großen Druck als Joker knipsen. Die Baustellen im Schalke-Kader sind damit zwar nicht komplett geschlossen, doch immerhin gibt es bei den Königsblauen wieder eines: Gute Nachrichten.

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