Eriksen vor Dänemark-Meilenstein: Endlich wieder wichtig

Christian Eriksen steht vor seinem 100. Länderspiel für Dänemark, das am heutigen Abend (20:45) in der Nations League auf England trifft. Der Spielmacher zeigt sich für sein Land während der aktuellen Länderspielpause in bestechender Form und ist ein zentraler Baustein im Team Kasper Hjulmand. Auf Klubebene ist der 28-Jährige dagegen in einer Sackgasse gelandet.

Zeigt sich im Kreis der Nationalmannschaft gut gelaunt: Christian Eriksen
Zeigt sich im Kreis der Nationalmannschaft gut gelaunt: Christian Eriksen ©Maxppp

Am heutigen Abend wird Christian Eriksen im Wembley Stadium eine zentrale Rolle einnehmen – dem Stadion in dem der Däne seine letzte Spielzeit als Schlüsselspieler für Tottenham Hotspur erlebte. „Es ist gut, wieder in Wembley und wieder in London zu sein“, sagt er im Gespräch mit ‚Yahoo Sports‘.

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„Die 100 zu erreichen ist beeindruckend, auf eine seltsame Art und Weise, denn daran denkt man erst, wenn man in Rente geht. Ich hatte Glück mit Verletzungen, ich habe nicht viele Spiele verpasst und ich hatte Glück, dass die Nationaltrainer den Blick auf mich gerichtet haben, damit ich mich ausdrücken und die Spiele spielen konnte“, fährt Eriksen fort.

Im 4-2-3-1 von Trainer Kasper Hjulmand genießt der Spielmacher auf der Zehn alle Freiheiten. Der Lohn: In den vergangenen beiden Siegen gegen die Färöer-Inseln (4:0) und Island (3:0) steuerte Eriksen jeweils einen Treffer bei.

„Warum spielt er nicht?“

Für Hjulmand ist es schwer nachzuvollziehen, dass sein Schützling bei Inter Mailand keinen ähnlichen Status genießt. In der dänischen Tageszeitung ‚Politiken‘ bricht der ehemalige Mainz-Coach eine Lanze für seinen 28-jährigen Spielmacher: „Warum spielt er nicht? Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, ich glaube, er kann alles in seiner Karriere überleben. Ich glaube, was auch immer passiert, wir werden ihn auf seinem höchsten Niveau wiedersehen. Seine Qualität nimmt kaum ab.“

Bei Inter kommt der Zehner unter Antonio Conte in der laufenden Spielzeit auf insgesamt 73 Einsatzminuten. Zu Beginn der Länderspielpause machte Eriksen seinem Ärger über seine Reservistenrolle bei Inter Luft. „Ich will nicht die ganze Saison auf der Bank sitzen. Ich hoffe, dass das nicht die Absicht des Klubs oder des Trainers ist. Es wird eine eng getaktete Saison mit vielen Spielen, da erwarte ich zu spielen“, erklärte er im ‚Independent‘.

Nächster Abschied im Januar?

Dabei hätte Eriksen potenziell beim FC Bayern landen können. Laut ‚Sky‘ boten die Nerazzurri den Freistoßspezialisten im Tausch gegen Jérôme Boateng an – die Münchner lehnten jedoch ab. Im Januar könnten sich die Wege des Dänen und Mailand doch noch trennen. Die ‚Gazzetta dello Sport‘ spekulierte unlängst, dass Eriksen bei dauerhafter Nichtberücksichtigung wie schon im Jahr zuvor während des Wintertransferfensters nach einer neuen Herausforderung Ausschau hält.

Doch zunächst will der Offensivspieler am heutigen Abend den Engländern ihre Wembley-Party crashen: „Wir wissen, dass England eine gute Mannschaft ist, aber wir haben aus dem ersten Spiel gegen sie eine Menge gelernt, und ich hoffe, dass wir den nächsten Schritt machen werden.“ Bei einem Sieg winkt die Tabellenführung in Gruppe 1 der League A und für Eriksen ein klein wenig Genugtuung in einer schwierigen Karrierephase.

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