Gladbach-Kandidat Nketiah: Die Zukunftswette

Eddie Nketiah ist seit Längerem beim FC Arsenal unzufrieden und könnte die Gunners im Winter bereits verlassen. Gerüchte um ein mögliches Engagement bei Borussia Mönchengladbach machten am Wochenende die Runde. FT stellt den potenziellen Neuzugang der Fohlen vor.

Eddie Nketiah bekommt bei den Gunners wenige Gelegenheiten zum Jubeln
Eddie Nketiah bekommt bei den Gunners wenige Gelegenheiten zum Jubeln ©Maxppp

Beim FC Arsenal steckt Eddie Nketiah nach Jahren der behutsamen Entwicklung in einer Sackgasse. Die ausgeschlagene Vertragsverlängerung des 22-jährigen Angreifers hat unlängst andere Klubs auf den Plan gerufen, darunter dem Vernehmen nach auch Borussia Mönchengladbach. Im Winter wollen die Fohlen beim Engländer ein halbes Jahr vor dessen Vertragsende ein Angebot abgeben.

Unter der Anzeige geht's weiter

Beim Bundesligisten gilt es perspektivisch eine ganze Reihe an möglichen Abgängen zu kompensieren. Mit Marcus Thuram, Jonas Hofmann, Lars Stindl, Alassane Plea und Breel Embolo geht quasi die gesamte Offensivabteilung ab dem kommenden Sommer in ihr jeweils letztes Vertragsjahr am Borussia Park. Nketiah könnte aufgrund seiner Vertragskonstellation die passende Ergänzung zum Schnäppchenpreis werden – sofern der Youngster endlich sein Potenzial abruft.

Durchbruch unter Wenger

Gelegenheiten gab es auf den ersten Blick für Nketiah viele in den vergangenen Jahren. Noch unter Vereinsikone Arsène Wenger gab das Eigengewächs der Gunners im Alter von 18 Jahren seine Torpremiere, als er im EFL Cup im Herbst 2017 gleich einen Doppelpack innerhalb von 35 Minuten schnürte und Arsenal zum 2:1-Sieg über Norwich City führte. Es schien bereits, als hätten die Gunners auf Jahre hinaus auf der Sturmposition ausgesorgt.

Doch wie bei so vielen hoffnungsvollen Talenten in England macht die Konkurrenzsituation mit den zahlreichen Stareinkäufen einen Strich durch die Rechnung. Bereits im Sommer 2017 verpflichtete Arsenal mit Alexandre Lacazette für 53 Millionen Euro einen neuen Stürmer, im darauffolgenden Winter folgte für weitere 63 Millionen Euro der Transfer von Pierre-Emerick Aubameyang.

Bis heute blockiert das Duo die Aussicht auf mehr Spielzeit. Trotz mittlerweile 67 Profispielen und 15 Treffern in vier Jahren lassen sich die Startelfeinsätze für den englischen U21-Nationalspieler pro Saison fast schon an einer Hand abzählen.

Schwere Zeit in Leeds

Eine Leihe zum damaligen Zweitligisten Leeds United sollte in der Saison 2019/20 das Blatt für Nketiah wenden. Die Zeit beim Team von Marcelo Bielsa entpuppte sich jedoch als große Enttäuschung: Von 17 Partien stand der Youngster nur zweimal in der Startelf, dazu gesellten sich überschaubare drei Treffer. Arsenal zog im Januar die Reißleine und brach das Leihgeschäft vorzeitig ab.

Leeds-Manager Angus Kinnear bezeichnete Nketiah trotzdem als „fantastisches Talent“, schränkte aber ein: „Es ist viel verlangt, auf Spieler zu setzen, die sofort in der Premier League spielen können. Wir sind der Meinung, dass das Level kurz davor wahrscheinlich der optimale Zeitpunkt ist, um ein Talent wie ihn zu kaufen.“

Passender Thuram-Erbe?

Genau diesen Zeitpunkt könnte Gladbach nun erwischen. Denn einzig und allein die Aussicht auf regelmäßige Spielzeit scheint dem endgültigen Durchbruch des Hochveranlagten im Weg zu stehen. Mit zwei Treffern in zwei Partien in der diesjährigen Ligapokalsaison erhielt Nketiah nur wenige Chancen und wusste sie zu nutzen.

Mit seinen Tempodribblings sowie dem ständigen Drang, die gegnerische Defensive anzulaufen erinnert Nketiah mit seinem Spielstil stark an Gladbach-Profi Thuram. Ebenso wie der Franzose kann der Rechtsfuß neben dem Sturmzentrum auch auf der offensiven Außenbahn agieren und dort seine Schnelligkeit ausspielen.

Mit Folarin Balogun (20) steht bereits das nächste Talent bei Arsenal in den Startlöchern und wohl auch in der Rangordnung vor Nketiah – bei der Borussia könnten dagegen demnächst einige Plätze frei werden. Übrigens: Laut ‚Sky‘ sind auch andere Bundesligisten an Nketiah dran, darunter Bayer Leverkusen.

Weitere Infos

Kommentare