Mission Klassenerhalt 2021: Heldts schwieriger Sommer | Verstraete auf dem Sprung

Im ersten Jahr nach dem Aufstieg hat der 1. FC Köln den Klassenerhalt vorzeitig gesichert und zwischenzeitlich starke Leistungen gezeigt. Geschäftsführer Horst Heldt dämpft dennoch frühzeitig die Erwartungen. Zurecht: Dem 50-Jährigen steht ein harter Sommer bevor.

Kölns Sportchef Horst Heldt
Kölns Sportchef Horst Heldt ©Maxppp

Als Markus Gisdol im November beim 1. FC Köln übernahm, standen die Geißböcke auf dem letzten Platz. Wenige Monate und eine Serie von acht Siegen aus elf Spielen später träumten die ersten in der Domstadt schon vom Europapokal.

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Für diese rheinländischen Optimisten folgten Wochen der Ernüchterung. Seit Ende der Corona-Pause ist Köln noch ohne Sieg. Der Europapokal ist mittlerweile unerreichbar, die direkten Abstiegsränge aber immerhin auch. Rein rechnerisch könnte der FC zwar noch auf den Relegationsplatz fallen, ein solches Szenario wird aber ein reines Rechenspiel bleiben.

Ziel Klassenerhalt

Die Frage, welches das wahre Gesicht dieser Kölner Mannschaft ist, drängt sich auf. Spielte sie während ihrer Erfolgswelle zu Beginn des Jahres über ihren Möglichkeiten? Bleibt sie zurzeit hinter selbigen zurück? Welche Ziele ergeben sich daraus für die kommende Saison? Auch Sportchef Horst Heldt wird sich diese Frage gestellt haben und hat eine klare Antwort parat.

„Es geht in der nächsten Saison nur um den Klassenerhalt“, zitiert der kicker den 50-Jährigen, „die Rahmenbedingungen sind nicht einfach. Wir werden das Bestmögliche tun, um eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen.“

Zu großer Kader

Heldt dämpft die Erwartungen also schon vorzeitig. Und das nicht ohne Grund: Auf die Sportliche Leitung der Geißböcke wartet eine Mammutaufgabe. Zehn Spieler kehren nach Saisonende von ihren Leihvereinen in die Domstadt zurück. Heldt wird versuchen, den Großteil der Akteure erneut bei anderen Klubs unterzubringen, denn eine große Perspektive in Köln haben von ihnen wohl die wenigsten.

Auch im aktuellen Kader gibt es einige Abschiedskandidaten. Einer von ihnen ist Birger Verstraete. Der 26-jährige Sommerneuzugang ist unter Gisdol komplett außen vor und wird den Klub nach nur einer Saison wohl wieder verlassen. Laut der belgischen ‚Gazet van Antwerpen‘ befindet sich der Mittelfeldspieler in aussichtsreichen Gesprächen mit Royal Antwerpen.

Weder bei den Leihspielern noch bei Verstraete kann Heldt wohl mit großen Ablösesummen rechnen. Dabei hätte der FC zusätzliche Einnahmen bitter nötig. Der Klub schaffte es zwar, sich durch die Corona-Krise zu manövrieren, Geld für Neuzugänge ist aber kaum übrig.

Auftritt der jungen Wilden

Damit ist auch die Zukunft von Leihspieler Mark Uth weiterhin offen, den Schalke 04 kaum für einen Spottpreis ziehen lassen wird. Zwar streben Klub und Spieler eine weitere Zusammenarbeit an, doch könnten die Finanzen den Geißböcken am Ende einen Strich durch die Rechnung machen. Rein sportlich wäre der Verlust von Uth ein schwerer Schlag für die Kölner.

So werden die Rheinländer nach wie vor stark auf ihre Jugendarbeit angewiesen sein. Dass im Geißbockheim einige Talente auf ihre Chance warten, zeigte die aktuelle Saison mit Debütanten wie Noah Katterbach (19), Ismail Jakobs (20) und Jan Thielmann (18). Dieser Weg kann also durchaus zum Erfolg führen, wobei der Erfolg in diesem Fall „Klassenerhalt“ und nicht „Europapokal“ heißt.

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