M'gladbach: Alles richtig gemacht, Herr Eberl

Nach einem Stotterstart steht Borussia Mönchengladbach mittlerweile auf Platz fünf der Bundesliga. Die komplizierte Champions League-Gruppe führt man sogar an. Max Eberls Strategie zahlt sich aus.

Alassane Plea und Marcus Thuram sorgen im Gladbacher Angriff für Furore
Alassane Plea und Marcus Thuram sorgen im Gladbacher Angriff für Furore ©Maxppp

Platz vier in der vergangenen Bundesliga-Saison bedeutete zwangsläufig Interesse an den Top-Spielern von Borussia Mönchengladbach. Gerade in Zeiten der Coronakrise hätten die Fohlen durch den ein oder anderen lukrativen Verkauf Löcher in der Kasse stopfen können – doch man schlug einen anderen Weg ein.

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Schon Ende Juni betonte Max Eberl: „Wir wollen und wir werden keine Leistungsträger abgeben. Wir wollen und wir werden diese Mannschaft behalten.“ Und der Sportdirektor hielt Wort. Kein einziger Stammspieler verließ die Borussia. Das Ergebnis: Die Truppe von Marco Rose ist noch stärker geworden.

Eigenwerbung in der Champions League

Beim beeindruckenden 6:0-Sieg bei Shakhtar Donetsk am Dienstag stand ein eingespieltes Team, wohlgemerkt ohne Neuzugang in der Startelf, auf dem Platz – und betrieb wie schon zuvor gegen Inter Mailand (2:2) sowie Real Madrid (2:2) kräftig Eigenwerbung. Durch die Glanzleistungen in der Königsklasse steigt der Wert der Gladbacher Tafelsilbers weiter.

Beispiel Marcus Thuram: Sein Doppelpack gegen Real brachte den 23-jährigen Linksaußen ins Blickfeld der Königlichen und weiterer Topklubs – sowie seine erste Nominierung für die französische Nationalmannschaft.

Beispiel Alassane Plea: Mit 27 Jahren erstmals in der Champions League unterwegs, stehen nach drei Einsätzen sieben Scorerpunkte zu Buche. Das bleibt im Ausland nicht unbemerkt. Manchester United, Leicester City und Paris St. Germain sollen genau hingucken.

Beispiel Matthias Ginter: Schon im Sommer klopften unter anderem Inter Mailand, Atlético Madrid und der FC Chelsea an. Sogar von einem 50-Millionen-Angebot aus Italien war die Rede. Die nächste Offerte könnte noch höher ausfallen – es sei denn, der 26-jährige Innenverteidiger verlängert und bekennt sich damit zur Borussia.

Gladbach bleibt ein Verkaufsklub

Unter dem Strich hat Eberl mit seiner Taktik, im Sommer auf das schnelle Geld durch Transfers zu verzichten, alles richtig gemacht. Seine Stars werden derzeit noch viel wertvoller – und könnten 2021 für richtig viel Kohle wechseln. Das könnte neben den erwähnten Spielern auch für Florian Neuhaus (23), Nico Elvedi (24), Denis Zakaria (23) oder Ramy Benesebaini (25) gelten.

Klar ist nämlich weiterhin: Ein Verein wie Gladbach ist – gerade in der aktuellen Zeit – auch auf Transfererlöse angewiesen. Wenn die ganz großen Klubs locken, kann die Borussia nicht ewig abblocken. Auch das ist Teil des Geschäftsmodells.

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