Auf Dortmunds Spuren: Mislintat und sein VfB-Puzzle

Sven Mislintat hat einst Borussia Dortmund zur Anlaufstelle Nummer eins für Talente aus aller Welt gemacht. Beim VfB Stuttgart ist er auf dem besten Weg, diese Leistung zu wiederholen. Ganz zur Freude der Schwaben.

Sven Mislintat bastelt am VfB der Zukunft
Sven Mislintat bastelt am VfB der Zukunft ©Maxppp

Sven Mislintat erfüllt Träume. Und das nicht nur von jungen Fußballern, die auf den Durchbruch in einer der Top-Ligen Europas warten. Der Sportdirektor des VfB Stuttgart lässt auch die Augen der Fans am Cannstatter Wasen glänzen. Denn um den Kader, den das sogenannte Diamantenauge in den vergangenen zwei Jahren sukzessive auf die Beine gestellt hat, beneiden den VfB etliche Klubs.

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Schon heute kann Pellegrino Matarazzo auf eine Fülle an jungen, begehrten Spielern zurückgreifen, die seinesgleichen sucht. Silas Wamangituka (21), Nicolás González, Gregor Kobel, Sasa Kalajdzic, Borna Sosa, Orel Mangala (alle 23), Waldemar Anton (24) – sie alle haben sich längst festgespielt in der deutschen Beletage und stehen bei größeren Vereinen auf dem Wunschzettel.

Eine Reihe dahinter lauern Mateo Klimowicz (20), Naouirou Ahamada (19), Tanguy Coulibaly (20) – nicht zu vergessen die verletzten aber hochbegabten Clinton Mola (20) und Lilian Egloff (18). Was die Lage noch komfortabler macht: Alle genannten Spieler bis auf den geliehenen Ahamada sind mindestens bis 2023 gebunden – ohne Ausstiegsklausel – und so haben einzig die Stuttgarter das Heft des Handelns in der Hand.

Sollten gute Angebote von absoluten Topklubs kommen, wird man sich zusammensetzen. So hat es Mislintat einst in Dortmund mit Ousmane Dembélé und Co. gemacht und so wurde es auch den Talenten beim VfB versprochen. Bange muss dem VfB aber keineswegs werden. Denn der findige Sportdirektor hat die nächsten Ausnahmekönner schon in der Pipeline.

Das Feld ist bestellt

Mit Ömer Beyaz (17) stößt im Sommer das wohl größte Talent des türkischen Fußballs von Fenerbahce zum Kader. Ablösefrei wohlgemerkt. Und erst heute gab der VfB die Verpflichtung von Stürmer Alou Kuol bekannt. Der 19-Jährige kommt von den Central Coast Mariners. Und weil der Australier mit Wurzeln im Sudan keine bis ins Detail optimierte Ausbildung in einem Nachwuchsleitungszentrum genossen hat, erhofft man sich in Stuttgart noch viel Luft nach oben. Über die U21 soll Kuol schnellstmöglich an die Bundesliga-Mannschaft herangeführt werden.

Genau diesen Weg geht seit vergangenen Sommer schon der mittlerweile 17-jährige Mohamed Sankoh. Mit neun Toren in 15 Regionalliga-Partien hat der junge Niederländer, der von Stoke City kam, auf sich aufmerksam gemacht. Die Sommer-Vorbereitung soll Sankoh dann unter Pellegrino Matarazzo absolvieren. Ihn erwartet ein brutaler Konkurrenzkampf in einer Truppe voller ambitionierter und hochtalentierter junger Wilder.

Was einst den BVB zurück an die Spitze der Bundesliga und regelmäßig in die Champions League gebracht hat, soll auch in Stuttgart Früchte tragen. Den Weg hat Mislintat längst geebnet. In den nächsten Jahren könnte auch der VfB-Traum wahr werden.

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