Juve-Coach mit Alleingang: Allegri sägt am eigenen Ast

Die Luft für Massimiliano Allegri bei Juventus Turin wird dünner. Nach den sportlichen Misserfolgen schoss der Trainer nun auch neben dem Fußballplatz ein Eigentor.

Massimiliano Allegri peitscht sein Team nach vorne
Massimiliano Allegri peitscht sein Team nach vorne ©Maxppp

Die Offiziellen von Juventus Turin ließen vor und sogar nach der Niederlage gegen Aufsteiger AC Monza (0:1) vom vergangenen Sonntag keine Zweifel daran, dass Massimiliano Allegri weiterhin Trainer der Alten Dame bleibt. Nun scheint sich der erfahrene Übungsleiter jedoch eigenständig ins Abseits zu befördern.

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Wie Journalist Tancredi Palmeri über das italienische Sportportal ‚Sport-Today.it‘ berichtet, sprach Allegri mit dem ‚Corriere della Sera‘ – allerdings ohne Autorisierung seines Arbeitgebers. Der Trainer habe den Austausch genutzt, um politisch und kommunikativ sein „eigenes Ding“ zu machen. Eine Tatsache, die ihm nun auf die Füße fallen könnte.

Agnelli wechselt Fronten

So soll sich Juventus-Präsident Andrea Agnelli inzwischen von Allegri abgewandt haben. Bislang war das Kluboberhaupt auf der Seite des 55-jährigen Coaches und hielt seine schützende Hand über den in die Kritik geratenen Trainer. Der neuerliche Alleingang Allegris habe Agnelli jedoch sehr verärgert und wurde als Akt der Profilierung zum Nachteil der Spieler bewertet, heißt es.

Eine Krisensitzung hatte zuvor ergeben, dass man den Weg mit Allegri weiter beschreiten wolle. Vizepräsident Pavel Nedved war offenbar der einzige Verantwortliche, der für eine sofortige Trennung plädierte. Agnelli und CEO Maurizio Arrivabene hielten zu diesem Zeitpunkt noch dagegen.

Ultimatum für Allegri

Eine sofortige Entlassung ist dennoch kein Thema. Vielmehr scheint die Klubführung Allegri ein Ultimatum zu setzen. Bis zur Winterpause müsse der Italiener das Ruder herumreißen, um seinen Job zu retten. Im Klartext bedeute das: Schafft es Juve nicht ins Achtelfinale der Champions League oder verliert den Anschluss an die Tabellenspitze, muss Allegri gehen.

Gerüchte um Nachfolger

Spekulationen zu möglichen Nachfolgern gibt es ebenfalls. So soll schon loser Kontakt zu Antonio Conte – derzeit noch bei Tottenham Hotspur in Lohn und Brot – bestehen. Dieser soll zumindest nicht gänzlich abgeneigt sein, nochmal für die Bianconeri zu arbeiten. Zuletzt wurde auch Thomas Tuchel vage mit Juve in Verbindung gebracht.

Auch Zinedine Zidane wird genannt. Bei dem Franzosen ist jedoch klar, dass der Job als Nationaltrainer seines Heimatlandes oberste Priorität besitzt. Sollten Les Bleus bei der Winter-WM in Katar hinter ihren Erwartungen zurückbleiben, könnte Zidanes Traum schon bald in Erfüllung gehen. Mehr dazu weiß man wohl erst zum Ende des Jahres, wenn auch in Turin der Hammer fällt – zeittechnisch passend für die Norditaliener.

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