Max Kruse – der Jackpot für Union Berlin

von Niklas Scheifers
2 min.
Max Kruse vor seiner Präsentation bei Union Berlin @Maxppp

Max Kruse macht, worauf er Lust hat. Weil das nicht allen passt, wird Union Berlins neuer Angreifer von der Öffentlichkeit besonders kritisch beäugt. Doch mit Leistungen wie zuletzt gegen Arminia Bielefeld ist der passionierte Pokerspieler unangreifbar.

Polarisierende Fußballer sind selten geworden. Max Kruse ist so einer. Der 32-Jährige macht sein Ding und schert sich nicht um den medialen Tenor zu seiner Person. Ob Poker-Runden oder Blitzer-Zoff mit der Polizei – Kruse lässt die Welt über Instagram teilhaben und zieht damit regelmäßig Stimmen auf sich, die ihm fehlenden Fokus auf das Wesentliche – auf den Fußball – attestieren.

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Gerne wird in der Öffentlichkeit das Fehlen dieser sogenannten Typen beklagt, andererseits bei sportlichen Krisen deren Lebenswandel als Hauptproblem ausgemacht. Kruse weiß das, er hat sich sehenden Auges auf dieses Spiel eingelassen. Mehr noch als andere muss er liefern, damit sein Image ihm und Arbeitgeber Union Berlin nicht auf die Füße fällt. Was macht Kruse also? Er liefert.

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„Er tut uns gut“

„Die Jungs suchen ihn, weil er die individuelle Klasse hat, ein Spiel lenken kann, die Kreativität hat, um Tore vorzubereiten“, äußerte sich Unions Trainer Urs Fischer im ‚kicker‘ über seinen Neuzugang von Fenerbahce, der zuvor beim starken 5:0 der Köpenicker über Aufsteiger Arminia Bielefeld die Hauptrolle eingenommen hatte.

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Kruse war nicht zu halten für die Ostwestfalen. Der gebürtige Reinbeker sprühte vor Esprit und zeigte sich topfit, steuerte ein Tor und zwei Vorlagen bei. Folgerichtig kürte FT den 14-fachen Nationalstürmer zum Spieler des Spieltags an diesem Wochenende. „Er tut uns gut momentan“, sagt Kruses ebenfalls starker Teamkollege Robert Andrich. Wie wahr.

Überraschungssieger Union

Mitte Juni, als der langjährige Bundesliga-Profi gerade bei Fenerbahce gekündigt und sich für eine Deutschland-Rückkehr positioniert hatte, dürften die meisten Union gar nicht als potenziellen Abnehmer auf dem Schirm gehabt haben. Doch die Hauptstädter witterten einen Coup, gingen mit und scheinen den Jackpot geknackt zu haben.

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„Es ist ja nicht so, dass wir nicht wüssten, auf welche Art Spieler wir uns einlassen“, betont Unions Sportchef Oliver Ruhnert, angesprochen auf den Privatmann Max Kruse, „wenn es mir zu bunt wird, sage ich es. Ansonsten glaube ich, dass man sich arrangiert.“ Und Trainer Fischer bemerkt: „In erster Linie geht es um Leistung auf dem Feld.“ Die stimmt bis hierhin – da kann Kruse auf Instagram pokern, wie er will.

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