Real Madrid: Mal wieder in der Krise

Mal wieder hängt bei Real Madrid der Haussegen schief. Die Königlichen gingen bei der gestrigen 1:2-Niederlage gegen Athletic Bilbao im spanischen Supercup baden. FT analysiert die anhaltenden Probleme der Madrilenen.

Zinedine Zidane gewann als Trainer dreimal die Champions League
Zinedine Zidane gewann als Trainer dreimal die Champions League ©Maxppp

Bei Real Madrid will es sportlich einfach nicht rundlaufen. Bereits zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit rufen spanische Medien eine Krise beim Weißen Ballett aus. Nach der gestrigen 1:2-Niederlage gegen Athletic Bilbao im spanischen Supercup schreibt die ‚Marca‘: „Die nächste Krise in Madrid.“

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Erneut lieferten die Königlichen eine schwache Partie ab. Vor allem offensiv präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Zinedine Zidane ideenlos, kreierte trotz 70 Prozent Ballbesitz kaum Torchancen. Zum spielerischen Unvermögen kam auch Pech hinzu: Marco Asensio – einziger Lichtblick in der schwachen Offensive der Königlichen – traf zweimal Aluminium.

Kaum Rotation

Mal wieder vertraute Zidane seiner Lieblingself, schickte trotz des zuletzt schwachen Auftritts gegen CA Osasuna (0:0) die gleiche Startelf auf den Rasen. Die talentierten Federico Valverde, Martin Ödegaard oder auch Vinícius Júnior haben unter dem französischen Coach einen schweren Stand. Trotz des eng getakteten Spielplans und der hohen Belastung rotiert Zidane personell kaum.

Der 35-jährige Luka Modric stand zuletzt stets in der Startelf, wirkt jedoch ebenso wie Mittelfeld-Pendant Toni Kroos, der mit 31 ebenfalls nicht mehr der Jüngste ist, überspielt. Zidane versteht es nicht, die volle Breite des Kaders zu nutzen, vertraut – wie sich auch am zu Eintracht Frankfurt verliehenen Luka Jovic ablesen lässt – lediglich den arrivierten Akteuren.

Das Hazard-Problem

Rekordeinkauf Eden Hazard ist zudem ein Schatten seiner selbst. Der 30-Jährige wirkt schwerfällig und behäbig. Die einst geschmeidigen Bewegungen und explosiven Antritte sind kaum noch zu sehen. Neun Verletzungen bremsten den Rechtsfuß seit seinem Wechsel vom FC Chelsea im Juli 2019 aus. Die körperlichen Gebrechen haben scheinbar nachhaltig Spuren hinterlassen.

Doch nicht nur physisch hat der Belgier Defizite. Jegliches Selbstvertrauen ist ihm abhandengekommen: Keine Dribblings, kein Risiko, kaum Torabschlüsse. Exemplarischer Beleg dafür: Hazard lief in der gestrigen Partie kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit alleine aufs gegnerische Tor zu. Statt abzuschließen, tippelte Hazard nervös auf der Stelle, bevor er den Ball blindlings in die Mitte zum gegnerischen Abwehrspieler passte.

Und nun?

Die Saison ist noch vergleichsweise jung, nach wie vor sind die Merengues in Pokal, Liga und der Champions League vertreten. Doch klar ist auch: Veränderungen müssen her. Zu punktuell sind die Rotationen von Zizou, zu statisch und berechenbar ist das auf Flanken ausgelegte Offensiv- und Positionsspiel. Auch die Stagnation einiger Talente gibt aus Sicht der Galaktischen Anlass zur Sorge: Vinícius, Éder Militão, Valverde oder auch Ödegaard, der sich während der gestrigen Partie nicht einmal mit seinen Kollegen aufwärmen durfte, treten auf der Stelle.

Hoffnung macht der gestrige Auftritt des einstigen Top-Talents Asensio, der ein Aktivposten im Spiel von Real war und einige sehenswerte Abschlüsse abgab. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen vier Pflichtspielen ist wieder Druck auf dem Kessel in Madrid. Die Mannschaft hatte sich bereits im Dezember vor der Champions League-Partie gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) mit dem Rücken zur Wand stehend eindrucksvoll zurückgemeldet, gewann sechs Spiele in Serie. Kann Zidane nun ein zweites Mal die Kehrtwende schaffen? Man darf gespannt sein.

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