Knapp zwei Wochen ist es her, als Angela Merkel die teils utopischen Ablösesummen, die vergangene Transferperiode gezahlt worden sind, an den Pranger stellte. „Ich sehe die finanziellen Entwicklungen im Profi-Fußball genauso kritisch wie viele. Solche Summen kann kein Mensch nachvollziehen. Sonst drohen die Ablösesummen immer mehr zu eskalieren“, sagte die Bundeskanzlerin.

FIFA-Präsident Gianni Infantino reagierte am heutigen Mittwoch in Genf auf Merkels Aussagen und stimmte ihr zu. „Ich möchte ihr sagen, dass wir genau das Gleiche denken und etwas unternehmen werden. Das Einzige, was ich von Frau Merkel und allen anderen Regierungschefs in Europa und weltweit erwarte, ist ihre Unterstützung, wenn wir neue Regeln einführen“, zitiert die ‚dpa‘ den Schweizer.

Die Forderung Infantinos nach Unterstützung der Politik bekräftigt UEFA-Chef Aleksander Ceferin. „An alle europäischen Politiker: Wir könnten nicht mehr zustimmen. Aber ihr habt uns nicht sehr geholfen, die Dinge in Ordnung zu bringen.“ Den Fußballverbänden seien durch die Politik in gewisser Weise die Hände gebunden, dabei gebe es ein „ganzes Arsenal, um das Spiel besser zu regulieren“, so Ceferin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Ceferin entschlossen, Reformen durchzusetzen

Weiter sprach das slowenische Oberhaupt der UEFA sich für eine Gehaltsobergrenze, eine Beschränkung von Prämien für Berater, eine Begrenzung von Ausleihen (insbesondere älterer Akteure), eine höhere Steuer für Top-Verdiener und die Limitierung von Profikadern aus. Diese Regulierungen, so Ceferin, werden derzeit durch europäisches Recht verhindert. „Das Momentum ist da. Ich habe jede Intention es zu tun. Es ist mein Ziel“, zeigt sich der 49-Jährige entschlossen.

Infantino plädierte unterdessen für eine einheitliche Regelung in puncto Schließung der Transferfenster weltweit – und gegen Transfers während der laufenden Spielzeit: „Ich sehe den Willen dazu in allen Bereichen, bei den Clubs, Spielern, Ligen, Verbänden und der Politik.“ Schon zum Sommer 2018 sollen geplante Maßnahmen umgesetzt werden. Das dürfte das Gros der Bundesligisten freuen. Einzig Hannover 96 sieht ein vorzeitiges Ende der Wechselfrist vor Saisonstart kritisch.