Es ist keine 18 Monate her, dass RB Leipzig in die höchste deutsche Spielklasse aufgestiegen ist. Das erste Jahr in der Bundesliga verlief extrem erfolgreich. Am Ende stand die Vizemeisterschaft und der damit verbundene Einzug in die Champions League. Leipzig war sehr schnell da angekommen, wo Mäzen Dietrich Mateschitz den Verein im Jahr 2009 zeitnah sehen wollte. Damals, in der Oberliga Nordost plante der Österreicher noch zehn Jahre für den langen Weg an die deutsche Spitze ein. Es sind acht geworden.

Mit der rasanten Entwicklung des Klubs treten nun auch andere Themen und Probleme in den Vordergrund. Sich diesen zu stellen, ist Hauptaufgabe von Sportdirektor Ralf Rangnick. Es geht nun nicht mehr nur darum, ein talentiertes Team zusammenzukaufen, sondern auch die besten Spieler langfristig zuhalten. Im Gespräch mit dem Onlinedienst ‚Sportbuzzer‘ gibt er Einblicke in einige der entscheidendsten Personalfragen der Sachsen.

Leistungsträger im Schaufenster

In Naby Keïta verlässt nach der Saison zum ersten Mal seit der Bundesligazugehörigkeit ein Leistungsträger gegen den Willen der Verantwortlichen den Verein. Emil Forsberg und sein Berater witterten sofort ihre Chance und wollten nachziehen. Rangnick dazu: „Sein Vertrag läuft bis 2022. Ich sage jetzt nicht, dass er seine Karriere bei uns beendet, dafür ist er zu jung, aber ich kann ihn mir noch sehr lange bei uns vorstellen.“ Und auf ein mögliches Interesse des AC Mailand angesprochen: „Bei uns hat sich niemand gemeldet.

Auch bei Dayot Upamecano ist Rangnick bereits auf der Hut: „Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt, dass Dayot irgendwann bei jedem Top-Verein der Welt spielen kann.“ Bei dem Talent und der Klasse des Franzosen ist es auch für den Funktionär klar, dass „wenn ein großer Verein mit einem Gehalt von zehn bis zwölf Millionen Euro lockt und der Spieler weg will“, die Leipziger kein Wettbieten anfangen werden. Andererseits scheint das Umfeld des Innenverteidigers bisher mit Weitblick zu arbeiten: „Ich habe bei Dayot große Hoffnung, dass er noch ein paar Jahre bei uns bleibt. Er, seine Berater und Eltern haben bisher immer gute und richtige Entscheidungen getroffen.“ Eine Ausstiegsklausel wollte Rangnick dabei weder bestätigen noch dementieren.

In anderen Stadien lange nicht gerne gesehen, in Leipzig aber als Fußball-Gott verehrt, ist Timo Werner. Durch seine starken Leistungen ist der Angreifer auch bei anderen Vereinen in den Fokus gerückt. Bei Werner wird der Sportdirektor konkret: „Timo hat keine Klausel.“ Die Hoffnung, dass auch er dem Werben großer Klubs nicht erliegt, hat der 59-Jährige. Generell ist Rangnick von der Auswahl seiner Spieler überzeugt: „Wir wollen Spieler, die zuerst auf ihre Karriere-Entwicklung achten und erst in zweiter Linie an ihren Verdienst denken.

Bei Reservisten besteht Gesprächsbereitschaft

Die vielleicht wichtigste Personalie momentan ist die des Mannes an der Seitenlinie: Ralph Hasenhüttl. Der Vertrag des Übungsleiters läuft nur noch bis 2019 und trotzdem bleibt Rangnick entspannt: „Es ist alles in bester Ordnung. Er ist bei uns glücklich, wir sind mit ihm glücklich. Wir würden gerne über 2019 hinaus mit ihm verlängern.“ Bei dem Trainer nicht gefragt sind die altgedienten Dominik Kaiser und Marvin Compper. Zu Kaiser sagt Rangnick: „Wenn er woanders bessere Möglichkeiten sieht, sprechen wir offen miteinander.“ Und bei Compper „liegen die Dinge genau gleich“. Klare Worte also, gerichtet an die Reservisten.