Xabi Alonso ist ein Gentleman und ein überragender Fußballer. Es wird wohl nur wenige Anhänger des runden Leders geben, die dem Spanier keine famose Karriere bescheinigen würden. Er selbst ist mehr als zufrieden mit dem Erreichten, das unter anderem einen Weltmeister- und zwei Europameistertitel sowie drei deutsche und eine spanische Meisterschaft beinhaltet. Zudem gewann er mit dem FC Liverpool und Real Madrid die Champions League.

Und es hätten sogar noch mehr Titel sein können, wie Alonso im Interview mit der englischen ‚Times‘ betont. Es gebe drei Dinge, die er in seiner Karriere bedauert: „Mit Real Sociedad, meinem Heimatklub, waren wir 2002/03 nur ein Spiel von der Meisterschaft entfernt. Mit Liverpool standen wir dicht vor dem Gewinn der Premier League und mit Bayern vor dem Champions League-Erfolg. Aber vielleicht wäre das am Ende auch zu viel des Guten gewesen.“

Zu hoch hängen möchte Alonso die verpassten Chancen allerdings nicht. „Wenn man das alles denn überhaupt Reue nennen kann“, sagt der 35-Jährige, der am Samstag gegen den SC Freiburg sein letztes Spiel als Profi bestreiten wird, „das ist eben Fußball. Wenn ich zurückblicke, dann kann ich sehr glücklich darüber sein, dass ich gemacht habe, was ich wollte. Ich habe meinen Weg selbst bestimmt.“

Fünf Jahre in Liverpool, ebenso lange bei Real und noch einmal drei Saisons beim FC Bayern – überall hatte Alonso großen Einfluss auf das Spiel. Und bei den Fans stand er unabhängig von seiner fußballerischen Extraklasse stets hoch im Kurs. Der Verweis auf die verpassten Chancen ehrt ihn. Wirklich etwas bereuen muss der baskische Spielgestalter aber nicht.