In den Playoffs gegen Lazio Rom sicherte sich Bayer Leverkusen das Ticket für die heute beginnende Champions League-Saison. In den Spielen gegen die Italiener war Heung-Min Son schon nicht mehr dabei. Stunden vor dem Hinspiel war der Südkoreaner nach England geflogen, um seinen Wechsel zu Tottenham Hotspur auf den Weg zu bringen.

Kapitän Lars Bender kann den spontanen Abschied seines Ex-Kollegen auch Wochen später nicht wirklich nachvollziehen. „Das ist natürlich unglücklich gelaufen. Dass ein Spieler einen Wechselwunsch äußert, ist legitim, das ist in diesem Geschäft so – gerade wenn die Engländer anrufen. Die kommen teilweise mit unglaublichen Angeboten, das liegt auf der Hand“, zeigt der Bayer-Kapitän im Ansatz Verständnis, kritisiert aber auch, „Sonny hat einige Zeit mit uns gespielt und wusste, was uns dieses Spiel gegen Lazio bedeutet. Dann in diesem kurzen Zeitfenster davor, so eine Nummer zu starten, ist sicherlich nicht optimal, aber wir haben uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Nach einem 0:1 im Hinspiel fegte Bayer 04 das Team von Miroslav Klose zuhause mit 3:0 vom Platz.

Das dritte Mal in Serie ist Leverkusen damit in der Gruppenphase der Königsklasse vertreten. Bender sieht daher „noch nicht das Ende der Fahnenstange“. Ein Wechsel zu einem anderen Klub spukt dem Nationalspieler daher nicht im Kopf herum: „Man ist hier gewillt, den Weg, auf dem wir uns befinden, weiterzugehen. Deswegen hat man sich dieses Jahr so verstärkt. Ich will ein Teil dieser Entwicklung sein. Wenn alles zusammenpasst, können wir vielleicht irgendwo schon einen Tick erfolgreicher sein als in den vergangenen Jahren.“ Auch mit den Gerüchten um einen Wechsel zum FC Arsenal räumt Bender auf: „Die Geschichte mit Arsenal kann ich nicht mehr hören.“

Einen Wunsch hat der Mittelfeld-Motor aber doch für seine weitere Karriere. Dieser betrifft eine Wiedervereinigung mit Zwillingsbruder Sven, der noch bis 2017 bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht, dort aber derzeit kaum eine Rolle spielt: „Es ist sicherlich ein Traum von uns, noch mal zusammen zu spielen. So viele Jahre hast du als Fußballer nicht, gerade auf einem gewissen Niveau. Wir haben die ersten Jahre bei 1860 München zusammen verbracht, dann war es ein richtiger und wichtiger Schritt, sich mal zu trennen, als Einzelner voranzukommen. Für die Zukunft ist es aber unser Plan und unser Wunsch, noch mal ein paar Jahre zusammen zu genießen.“ Aktuell scheint dies bei Bayer 04 wahrscheinlicher als beim BVB.