Das Europa League-Spiel gegen Molde FK am gestrigen Donnerstag war für Fans von Ajax Amsterdam kein Augenschmaus. Durch das 1:1 verpasste der niederländische Rekordmeister das Sechzehntelfinale in Europas zweitgrößtem Vereinswettbewerb.

Als wäre das noch nicht genug, droht Ajax nun sogar noch mehr Ungemach. Gleich drei Spieler des Teams von Frank de Boer sollen laut Informationen der ‚Bild‘ auf der Wunschliste des Hamburger SV gelandet sein. Dieser hat sich auf die Fahne geschrieben, künftig vermehrt nach günstigen Talenten Ausschau zu halten. FussballTransfers prüft, ob die drei Ajax-Jungs dem Profil entsprechen.

Viktor Fischer (Vertrag bis 2017): Der dänische Flügelspieler gilt bereits seit geraumer Zeit als eines der vielversprechendsten Talente seines Jahrgangs. Bereits mit zarten 18 Jahren durfte er Erfahrung in der Champions League sammeln und galt als Senkrechtsstarter bei Ajax. Doch in der vergangenen Saison warf ihn eine hartnäckige Oberschenkelverletzung zurück. In der laufenden Spielzeit stabilisiert sich der mittlerweile 21-Jährige wieder und könnte schon sein bald Tempo und Torgefahr auf den Außenbahnen des HSV einbringen.

Václav Cerny (Vertrag bis 2020): Der 18-Jährige ist ebenfalls auf dem Flügel beheimatet, wenngleich er im Gegensatz zu Fischer eher die rechte Seite bevorzugt. In den Niederlanden wird er nicht zuletzt aufgrund seines starken linken Fußes bereits als „neuer Arjen Robben“ bezeichnet. Noch pendelt Cerny zwischen erster, zweiter und Jugendmannschaft, wird aber spätestens im kommenden Sommer fest in den Profikader Ajax Amsterdams aufrücken. Seine Verpflichtung wäre ein Versprechen an die HSV-Zukunft, ganz günstig wird er – genau wie Fischer – allerdings nicht. Eine Leihe steht deshalb im Raum.

Mitchell Dijks (Vertrag bis 2018): Es ist seit geraumer Zeit bekannt, dass die Hanseaten nach einem Innenverteidiger mit starkem linken Fuß fahnden. Offenbar haben sie dabei nun den 22-jährigen Dijks ins Visier genommen. In den Niederlanden wird er zwar hauptsächlich als Linksverteidiger eingesetzt, aufgrund seiner beachtlichen Körpergröße von 1,94 Metern wurde er allerdings als zentraler Abwehrmann ausgebildet. Besonders wegen des Alters von Hamburgs Sicherheitschef Emir Spahic (35) täte der Mannschaft von Bruno Labbadia eine Frischzellenkur auf dieser Position spätestens im Sommer ganz gut.

Auch Skandinavien im Blick

Nicht nur beim sechsfachen Europapokalsieger aus Amsterdam schaut sich HSV-Sportdirektor Peter Knäbel um. Sein Blick schweift laut ‚Bild‘ auch auf drei weitere Spieler, die nördlich von Hamburg ihr Geld verdienen. Zwei davon spielen bei Ajax’ Gegner vom Donnerstag, Molde FK. Spieler aus Skandinavien gelten häufig als preiswert, was sie für die Bundesliga besonders interessant macht.

Mohamed Elyounoussi (Vertrag bis Ende 2017): Der in Marokko geborene Mann für die Flügel ist Nationalspielers Norwegens und einer der Topstars bei Molde. Zwölf Tore steuerte der 21-Jährige in dieser Saison bereits bei und begeistert insbesondere durch atemberaubende Dribblings und Kabinettstückchen am Ball. Sollte seine Entwicklung so weitergehen, könnte er schon bald seinem Bruder Tarik in die Bundesliga folgen. Dieser spielt bei der TSG Hoffenheim.

Vegard Forren (Vertrag bis Ende 2016): Das Interesse von Bundesligisten an seiner Person hat der Innenverteidiger bereits von einem Jahr bestätigt: „Es gibt einige deutsche Klubs die mir folgen und einen Versuch wagen wollen.“ Damals verliefen Verhandlungen offenbar erfolglos, nun stellt sich die Situation so dar, dass sein Vertrag in zwölf Monaten ausläuft und Molde kaum noch Chancen besitzt, durch einen Verkauf seines Abwehrchefs noch Kasse zu machen. Knäbel scheint das registriert zu haben und könnte den Linksfuß schon bald kontaktieren.

Pione Sisto (Vertrag bis Ende 2018): Der 20-Jährige Mann vom FC Midtjylland gilt schon seit geraumer Zeit als heißes Eisen im Transferfeuer. Im Winter wird der HSV nicht der einzige Klub sein, der einen Anlauf beim 1,71-Dribbler wagt. Auch dem 1. FC Köln, Borussia Dortmund und pikanterweise Ajax Amsterdam wird Interesse am dänischen Nationalspieler nachgesagt. Als Ablöse stehen sieben Millionen Euro im Raum. Wohl zu viel für die ‚Rothosen‘.

Fazit: Innenverteidigung und offensiver Flügel sind die Baustellen im Kader der Hamburger. Das hat Peter Knäbel erkannt und sucht gezielt in den Niederlanden und Skandinavien nach geeignetem Spielermaterial. Alle sechs Spieler werden natürlich nicht kommen, aber angesichts der begrenzten finanziellen Mittel des Klubs scheint das Scouting in den kleineren Ligen Europas der richtige Weg zu sein.