Dem FC Bayern könnte im Sommer ein mittelgroßer Umbruch ins Haus stehen. Am Rande einer Veranstaltung in München plauderte Karl-Heinz Rummenigge einige Transferpläne des deutschen Rekordmeisters aus. Besonders pikant waren dabei die Worte über Jérôme Boateng.

Über die Wechselgedanken des Innenverteidigers sagt Rummenigge: „Grundsätzlich sind die nicht aus der Welt. Die hat mir auch sein Berater (Christian Nerlinger, d. Red.) kundgetan. Wir wissen daher, dass das Thema möglicherweise auf uns zukommen kann. Wenn ein Verein kommt und er kundtut, dass er zu diesem Verein wechseln möchte, werden wir uns damit befassen.“

Schmerzgrenze ist hoch

Im Fall des 29-jährigen Boateng gebe es eine Schmerzgrenze, so der Vorstandsboss weiter: „Da mache ich keinen Hehl draus. Die wird sicher auch nicht niedrig sein.“ Rummenigges Worte sind durchaus als öffentlich kommunizierte Freigabe für Boateng zu verstehen – sofern der Preis stimmt. Noch liegt jedoch kein Angebot vor.

Der zuletzt als Nachfolger gehandelte Kevin Vogt (26, TSG Hoffenheim) wird jedoch nicht in München aufschlagen. „Man sollte nicht immer glauben, was so erzählt wird. Den können Sie von der Liste streichen“, beteuert Rummenigge. Mit Mats Hummels und Niklas Süle stehen neben Boateng nur noch zwei weitere lupenreine Innenverteidiger im Kader des FCB.

Mittelfeld überbesetzt

Dichter ist dagegen das Mittelfeld besiedelt. Thiago Alcántara wurde zuletzt mit einer Rückkehr zum FC Barcelona in Verbindung gebracht. Rummenigge sagt: „Davon ist mir nichts bekannt. Bei uns hat sich kein Klub gemeldet, und auch Thiago nicht. Wir planen weiter mit ihm.“ Allerdings schränkt der Europameister von 1980 ein: „Wobei ich sagen muss, dass wir sehr viele Mittelfeldspieler im Kader haben. Für neun Mann haben wir je nach System nur drei bis vier Positionen zu vergeben.“ Kein klares Bekenntnis zum Spanier.

Bei Robert Lewandowski bleiben die Bayern dagegen hart. „Ich habe schon vor Wochen gesagt, ich nehme Wetten auf Lewandowskis Verbleib bei uns an – die nehme ich heute noch an. Wir haben da im Verein eine klare Entscheidung getroffen – und die hat Bestand“, verdeutlicht Rummenigge. Real Madrid gilt seit geraumer Zeit als potenzieller Abnehmer. Ebenso PSG, Manchester United und Chelsea.

Auch auf der Einkaufseite könnte sich noch etwas tun beim FCB. Bisher steht Leon Goretzka als einziger externer Neuzugang fest, dazu kommen die Leih-Rückkehrer Serge Gnabry und Renato Sanches. Rummenigge: „Der Kader, wie er jetzt dasteht, ist top. Wenn wir Spieler abgeben, schließe ich auch nicht aus, dass wir noch etwas machen.“ Ein besonderes Auge wird er dabei auch auf einige Rohdiamanten bei der WM haben.