Während Jan Schindelmeiser vor allem auf junges Personal setzte, holte Michael Reschke im Spätsommer und dann auch im Winter etablierte Kräfte zum VfB Stuttgart. Dennis Aogo, Andreas Beck und Mario Gómez sollten helfen, den Klassenerhalt zu sichern. Und der Plan des 60-jährigen Reschke ist aufgegangen.

Dennis Aogo war bereits auf dem Weg nach England. Wir konnten ihn gerade noch überreden, sich mit dem VfB zu befassen. Ende August einen guten, dazu noch ablösefreien, deutschen linken Außenverteidiger sowie mit Andreas Beck einen ebenfalls erfahrenen Mann für die rechte Abwehrseite verpflichten zu können, war wirklich wichtig“, so der Sportvorstand rückblickend im ‚kicker‘.

Besonders stolz ist Reschke aber auf den Deal mit Gómez, der im Winter kam und seitdem sechs Tore für den VfB erzielte: „Wir hatten ihn immer im Auge und auch immer wieder Kontakt zu ihm und seinem Berater. Als ich Wolfgang Dietrich, unseren Präsidenten, informierte, dass Romero nicht klappt, hat er fast ein Schleudertrauma bekommen. Wir brauchten dringend einen torgefährlichen Stürmer. Nach dreimal Schlucken bin ich eine Runde laufen gegangen und schließlich erneut bei Marios Management vorstellig geworden.“ Ein Anruf, der sich lohnte.

Talente im Visier

Seit Februar richtet sich Reschkes Blick aber schon wieder auf den kommenden Sommertransfermarkt. Durch den frühzeitig gesicherten Klassenverbleib haben die Stuttgarter Planungssicherheit. Der Manager schaut auch nach Neuzugängen mit Potenzial: „Es geht immer um einen guten Mittelweg. Gehen Sie davon aus, dass wir in der kommenden Transferperiode den einen oder anderen interessanten jungen Spieler verpflichten.“ Mit dem ablösefreien Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf (23) sind sich die Schwaben dem Vernehmen nach schon einig.

Am liebsten scheint der VfB dieser Tage aber routiniertes Personal mit Stallgeruch zurückzuholen. Nach Beck und Gómez bringt der ‚kicker‘ nun auch Sebastian Rudy ins Gespräch. Der Nationalspieler ist beim FC Bayern nur noch selten gefragt. Reschke will sich nichts entlocken lassen, sagt nur: „Keine Spekulationen. Grundsätzlich ist es schwer, Spieler vom FC Bayern zu bekommen.“ Ein Dementi klingt anders.

Das nötige Kleingeld für neue Spieler soll der Verkauf weiterer Anteile bringen. Im vergangenen Sommer sicherte sich Daimler 11,75 Prozent und zahlte dafür 41,5 Millionen Euro. Ein ähnlicher Deal ist nun erneut in Arbeit. Reschke verrät: „Der Verein plant in der Saison 2018/19 mit dem zweiten Partner. Wir werden auf jeden Fall im Sommer handlungsfähig sein.“

Wie dringend der Handlungsgbedarf in der Defensive sein wird, hängt nicht zuletzt auch von Holger Badstuber ab. Eine Entscheidung, ob der Innenverteidiger noch eine Saison an Bord bleibt, ist noch nicht gefallen. „Wir haben einen sehr, sehr offenen, klaren Dialog. In der Entscheidung, wie es weitergeht, haben wir uns vertagt. Holger will noch ein bisschen Zeit haben. Es wird nicht einfach, ihn noch ein Jahr hierzuhalten. Aber die Chance ist da“, berichtet Reschke, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat. Der 60-Jährige steht einfach auf etablierte Kräfte.