21 Gegentreffer fing sich Hertha BSC in den ersten elf Partien der Saison. Eindeutig zu viele, befindet Trainer Jos Luhukay. Insbesondere im Vergleich zur Vorsaison präsentiert sich die Defensive der Berliner desolat. Das damals überzeugende Innenverteidigerpärchen Fabian Lustenberger und Sebastian Langkamp wurde in dieser Spielzeit gezwungenermaßen gesprengt. Aktuell fallen beide verletzt aus. Vom niederländischen Routinier Johnny Heitinga, der ablösefrei vom FC Fulham kam, hatten sich die Hauptstädter mehr erhofft. Und auch Youngster Anthony Brooks schaffte in der Bundesliga noch nicht vollends den Durchbruch.

So kam es, dass sich Trainer Luhukay zuletzt höchstpersönlich auf Scoutingtour begab. Im niederländischen Arnheim beobachtete der 51-Jährige Terence Kongolo von Feyenoord Rotterdam. Darüber hinaus wird Alexander Milosevic vom schwedischen Erstligisten AIK Solna an der Spree gehandelt. Nach Informationen der norwegischen regionalen Tageszeitung ‚Romsdals Budstikke‘ soll nun auch Vegard Forren von Molde FK ein Thema sein.

„Das deutsche Interesse ist real“

Ich weiß, dass es Interesse gibt, aber bislang gibt es noch keine offiziellen Anfragen. Es gibt einige deutsche Klubs, die mir folgen und im Januar einen Versuch wagen wollen”, verrät der norwegische Innenverteidiger offen. Hertha ist dem Bericht zufolge heißester Kandidat auf den Zuschlag. Allerdings habe es der 26-Jährige nicht unbedingt eilig, noch fühle er sich in Molde wohl. Sein Vertrag ist noch bis Ende 2016 datiert. „In meiner jetzigen Situation ist schwierig zu sagen, ob es im Januar, im Sommer oder erst in einem Jahr passiert”, so Forren weiter.

Der 1,86 Meter große Linksfuß wechselte im Januar 2013 für 3,5 Millionen Euro von Molde zum FC Southampton. Da ihm in der Premier League jedoch nicht der Durchbruch glückte, kehrte er nach nur einem halben Jahr für zwei Millionen zurück zu seinem Heimatklub. Mit vier Toren in der norwegischen Tippeligaen sowie zwei Treffern in der Qualifikation zur Europa League gilt der norwegische Nationalspieler als durchaus torgefährlich.

Das deutsche Interesse ist real und wir arbeiten mit einigen Klubs auf fortgeschrittenem Level. Wir müssen schauen, ob es im Januar passiert oder nicht“, erklärt Jim Solbakken, Berater des 26-Jährigen. Solbakken hatte zuvor bereits Profis wie Mame Diouf, Havard Nordtveit, Omar Elabdellaoui oder Havard Nielsen in die Bundesliga gebracht. Auch Klubs aus der 2. Bundesliga sollen interessiert sein. Ebenso hat Werder Bremen Forren bereits beobachten lassen, heißt es. Die Anzeichen verdichten sich also, dass die Bundesliga demnächst einen Norweger begrüßen darf.