Strategische Gründe“ hätten Max Eberl dazu bewogen, Dieter Hecking trotz guter Leistungen in der Sommerpause durch Marco Rose zu ersetzen. Bisher geht diese Strategie voll auf. Borussia Mönchengladbach reitet unter der Anleitung des neuen Trainers auf einer Welle der Euphorie von Sieg zu Sieg und scheint die Tabellenspitze nicht mehr hergeben zu wollen.

Auf den Transfercoup auf der Trainerbank folgte eine geschickte Einkaufspolitik, die Juwele wie Marcus Thuram an den Niederrhein brachte. Ein festes Fundament, auf dem Eberl nun aufbaut.

Verlängerungen mit Symbolwirkung

Die aktuelle Länderspielpause nutzte der Gladbach-Manager, um seine Personalpolitik voranzutreiben. Vor zwei Tagen verlängerte er mit Florian Neuhaus vorzeitig bis 2024. Am heutigen Donnerstag setzte mit Lászlo Bénes dann einer der Durchstarter der Saison seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier.

Es sind Verlängerungen, die ein klares Zeichen an die Konkurrenz senden. Vor allem die Tatsache, dass sich mit Neuhaus eines der größten deutschen Mittelfeld-Talente, das von mehreren Großklubs umworben wurde, an die Fohlen gebunden hat, zeugt von der sportlichen Positiventwicklung am Niederrhein.

In Gladbach scheint etwas zusammenzuwachsen, wie auch Neuhaus nach seiner Verlängerung anmerkte: „Ich hatte genug Zeit, mir Gedanken zu machen. Wir sind hier noch lange nicht am Ende, ich habe mit Borussia noch einiges vor. Ich freue mich auf die Zeit, die noch kommt.“

Ein Reiz zum richtigen Zeitpunkt

Abgesehen von der positiven Außenwirkung setzten die Verlängerungen auch mannschaftsintern ein Statement. Anderen Leistungsträgern könnte es zukünftig leichter fallen, ihre jeweiligen Verträge ebenfalls zu verlängern. Sie wissen nun um die durchaus realistische Möglichkeit, dass die aktuelle Erfolgsmannschaft zumindest mittelfristig zusammenbleibt.

Der Zeitpunkt der Verlängerungen ist von Eberl zudem geschickt gewählt. Nach einer Länderspielpause werden in der Bundesliga die Karten oftmals neu gemischt, Formkurven können plötzlich umschlagen, Euphoriewellen abflachen.

Die Gefahr, dass dies nun in Gladbach passieren wird, ist spätestens mit der Doppel-Unterschrift von Neuhaus und Bénes gering. Eberl hat es geschafft, in einer ohnehin guten Atmosphäre den nächsten positiven Reiz zu setzen. Seine Strategie geht voll auf.