Ein Fernschuss, ein Tor nach zielstrebigem Lauf in die Tiefe, ein Treffer von der Fünfmeterraum-Kante – Youssoufa Moukoko zeigte beim 5:1 gegen Slavia Prag wieder einmal sämtliche Facetten seines Torjäger-Talents.

Das Bemerkenswerte dabei: Der erst 15-Jährige beschränkt sich nicht auf seine Rolle als Knipser, sondern beteiligt sich stets auch am Angriffsspiel seines Teams. Ob mit dem Rücken zum gegnerischen Tor oder als Passgeber, Moukoko beherrscht die gesamte Klaviatur, die für eine Profi-Laufbahn nötig ist.

Bundesliga-Debüt eine Frage der Zeit

Klar ist: Sollte Moukokos Entwicklung keinen unerwarteten Knick erfahren, wird sein Weg in die Bundesliga führen. Allerdings wird der gebürtige Kameruner erst in rund einem Jahr 16 – ohne Ausnahmegenehmigung wäre ein Einsatz also nicht möglich.

Zudem ist man beim BVB penibel darauf bedacht, das Juwel nicht zu verheizen. Medial wird Moukoko stark abgeschirmt, ein verfrühtes Hochziehen zu den Profis würde dazu nicht passen. „Angesichts des Alters halten wir uns bei dem Spieler zurück. Man kann nur schwer eine Prognose abgeben. Er schießt Tore am Fließband – aber wir sind rechtlich gebunden, wann er in den Profibereich kommt“, sagte Zorc erst vor einigen Monaten. Man wolle „das Thema nicht anheizen“.

Die Dortmunder Fans – so viel ist klar – brennen längst darauf, Moukoko im Signal Iduna Park zujubeln zu können. Das letzte echte Eigengewächs, das den Sprung nach ganz oben schaffte, ist der inzwischen 27-jährige Mario Götze. Christian Pulisic oder auch Jacob Bruun Larsen kamen beide erst mit 16 Jahren in die BVB-Jugend. Moukoko hingegen spielt für Schwarz-Gelb, seitdem er elf Jahre alt war. Sehr gut möglich, dass er die Sehnsucht der Anhänger bald stillen kann.