Dass der KRC Genk am 22. Spieltag der Jupiler Pro League mit 1:0 bei KAS Eupen gewann, ist alleine keine Schlagzeile wert. Doch in diesem Spiel schickte Albert Stuivenberg, Trainer vom KRC Genk, eine so junge Truppe aufs Feld, wie es seit dem 30. April 2016 in der Beletage des belgischen Fußballs nicht mehr vorgekommen ist. Im Schnitt war die Startelf 22 Jahre und 244 Tage alt, kein einziger Spieler war älter als der 25-jährige Keeper Marco Bizot.

Genk setzt auf die Jugend

Dieser Jugendwahn hat in Genk seit geraumer Zeit Methode. Der dreimalige belgische Meister, zuletzt 2011, hat aus der Not eine Tugend gemacht. Der Verein aus Flandern hat im internationalen Wettbewerb finanziell das Nachsehen. Es ist dem KRC nicht möglich, bereits fertig ausgebildete Spieler für einen zweistelligen Millionenbetrag zu erwerben.

So versucht man bei den Blau-Weißen, selbst Talente auszubilden, die man später für eine ordentliche Ablöse ziehen lassen kann. In der aktuellen Saison erwirtschaftete der belgische Verein einen Transfergewinn von 28,5 Millionen Euro. Vor allem die jüngsten Verkäufe von Onyinye Ndidi, der für 17,6 Millionen Euro zu Leicester City wechselte, und Leon Bailey, der inzwischen für Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga aufläuft, spülten ordentlich Geld in die Kassen. Auf diese Einnahmen spekuliert der Tabellensiebte der Jupiler Pro League, ansonsten könnte man wirtschaftlich nicht mehr mithalten.

De Bruyne & Courtois

Zu den bekanntesten ehemaligen Spielern aus Genk zählen Kevin de Bruyne und Thibaut Courtois. De Bruyne begann 2005 in der Jugendabteilung beim KRC und stieg 2008 zu den Profis auf. Vier Jahre später verkaufte Genk sein Toptalent für acht Millionen Euro an den FC Chelsea. Wiederum zwei Jahre später unterlief den Blues dann ein kapitaler Fehler, als sie de Bruyne für 22 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg ziehen ließen. Denn nach einer herausragenden Bundesligasaison krallte sich Manchester City den Belgier für 74 Millionen Euro. Der Mittelfeldspieler ist durch diesen Rekordtransfer in den Kreis der Weltspitze aufgestiegen.

Einen fast identischen Werdegang hat Thibaut Courtois hingelegt. Von 2007 bis 2011 stand der baumlange Torhüter zwischen den Pfosten des KRC, ehe der heute 24-Jährige für 8,95 Millionen Euro zum FC Chelsea wechselte. Inzwischen zählt Courtois zu den besten Torhütern der Welt. De Bruyne und Courtois sind ganz klar die berühmtesten Alumni vom KRC Genk, aber gewiss nicht die einzigen Beispiele, die nach ihrer Ausbildung bei den Blau-Weißen eine beachtliche Karriere hingelegt haben.

Die berühmtesten und teuersten Abgänge der vergangenen Jahre

  1. Onyinye Ndidi - 17,6 Millionen Euro – Leicester City - 2016/2017
  2. Leon Bailey – 13,5 Millionen Euro – Bayer Leverkusen - 2016/2017
  3. Sergej Milinkovic-Savic – 9 Millionen Euro – Lazio Rom - 2015/2016
  4. Thibaut Courtois – 8,85 Millionen Euro – FC Chelsea - 2011/2012
  5. Christian Benteke – 8,8 Millionen Euro – Aston Villa - 2012/2013
  6. Kevin de Bruyne – 8 Millionen Euro – FC Chelsea - 2011/2012
  7. Kalidou Koulibaly – 7,75 Millionen Euro – SSC Neapel - 2014/2015