Zwei Spiele, zwei Tore: Besser kann sich ein Jungspund wie Francisco Reis Ferreira, kurz Ferro, (21) seinen Einstand bei den Profis kaum vorstellen. Dabei kam sein Aufstieg in die erste Mannschaft ziemlich plötzlich. Die Verletzungen von Stammbesetzung Jardel und seinem erstem Vertreter Germán Conti (beide Oberschenkel) zwangen Interimscoach Bruno Lage dazu, zu improvisieren und dem bereits gesetzten Abwehrjuwel Rúben Dias einen gleichaltrigen Youngster zur Seite zu stellen.

Ferro mit starken Werten, aber noch unerfahren

Das Risiko, auf ein solch junges Duo in der Verteidigung zu bauen, zahlte sich aus. Neben seinen beiden Treffern bestach Ferro in seinen beiden Einsätzen mit einer gerade für einen Debütanten starken Passquote von 86 Prozent und 75 Prozent gewonnenen Zweikämpfen.

Bei seiner Notbremse beim Stand von 3:0 im Spiel bei Desportivo Aves zeigte er allerdings auch, dass er altersgemäß noch etwas grün hinter den Ohren ist – ein erfahrener Abwehrrecke hätte sich in dieser Situation vermutlich nicht zu einer solchen Undiszipliniertheit wie dem Halten des Gegenspielers hinreißen lassen.

Mit Rúben Dias steht Trainer Bruno Lage damit derzeit nur noch ein gelernter Innenverteidiger zur Verfügung. Der ist dafür trotz seiner ebenfalls erst 21 Lenze bereits eine sichere Bank in Benficas Innenverteidigung. Lediglich ein Ligaspiel verpasste er in dieser Spielzeit aufgrund einer Gelbsperre. In 38 Pflichtspielen für die Águias gelangen ihm zwei Treffer und drei Vorlagen.

Dias bei Topklubs auf dem Zettel

Im vergangenen Sommer war Olympique Lyon bereits an ihm dran. Benficas Forderung von 45 Millionen Euro war jedoch zu hoch für die Franzosen. Auch Juventus Turin hat dem Vernehmen nach die Fühler nach Dias ausgestreckt. Doch ohne passenden Ersatz dürften die Portugiesen allerdings auch dieser Offerte widerstehen.

Denn nachdem Benfica-Ikone Luisão im vergangenen September 37-jährig die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat, stehen mit Jardel und Conti lediglich zwei weitere Innenverteidiger im Kader von Bruno Lage. Ob Ferro seinen Platz behalten wird, wenn Jardel und Conti wieder mitmischen können, steht in den Sternen. Gut möglich dennoch, dass sich das Youngster-Duo Ferro & Dias über kurz oder lang etabliert und zur neuen Bank des portugiesischen Fußballs heranwächst.