Den Start in seinem neuen Zuhause hatte sich Thilo Kehrer definitiv anders vorgestellt. Der neueste Zugang von Paris St. Germain durfte am gestrigen Samstag im Heimspiel gegen SCO Angers (3:1) von Beginn an ran. Neben Thiago Silva und Presnel Kimpembe wurde der 21-Jährige als rechter Teil einer neu formierten Dreierkette eingesetzt.

Kehrer fand gut ins Spiel, sorgte für einen ersten Ballgewinn (7.) und war auch im Anschluss aggressiv im Zweikampfverhalten. Dazu gehörten auch zwei taktische Fouls im Mittelfeld (15. und 17.). Eigentlich dachte man nun, der Deutsche sei auf dem besten Weg zu einem gelungenen Debüt. Zumal PSG zu diesem Zeitpunkt bereits durch Edinson Cavani mit 1:0 führte. Doch dann beging Kehrer einen Fehler, der PSG hätte teuer zu stehen kommen können.

Angers gleicht aus

21. Minute: Angers kombiniert über rechts flach in den Strafraum. Der Ball kommt auf Kehrer zu – der U21-Europameister bemerkt aber Flavien Tait in seinem Rücken viel zu spät. Der Offensivspieler zieht ohne Ball am Ex-Schalker vorbei, dieser will noch retten was zu retten ist, trifft bei seiner Grätsche aber nur Tait und nicht den Ball. Elfmeter, 1:1.

Dass Kehrer dabei nur mit einer gelben Karte bedacht wurde, darf als äußerst glücklich betrachtet werden. Danach zog er noch mal den Kopf aus der Schlinge und gewann einige wichtige Zweikämpfe. Genug, um auch im zweiten Durchgang auf dem Platz zu stehen, war das jedoch nicht. Thomas Tuchel brachte zur Pause Stanley N’Soki und kehrte somit zur Viererkette zurück.

Tuchel nachsichtig

Nach dem letztlich souveränen Sieg sagte der PSG-Trainer über Kehrer: „Das ist schade. Er kam gut rein ins Spiel. Er ist ein bescheidener Junge. Leider hat er einen Fehler gemacht und somit Angers zurück ins Spiel gebracht.“ Der einzige Grund für Kehrers Auswechslung war das jedoch nicht. „Der Schiedsrichter warnte mich. Er sagte, Thilo habe schon drei Fouls begangen und sei gelb-vorbelastet. Sein Spiel war gefährlich. Deshalb beschloss ich, keine Risiken einzugehen. Deshalb habe ich ihn ausgewechselt“, so Tuchel.

Für die Zukunft sei es „sehr wichtig, dass er sich unserem System und unseren Prinzipien anpasst“, betonte der Coach weiter, „ich vertraue ihm und er wird sich verbessern.“ Diesen Weg gilt es freilich weiterzuverfolgen, bevor man sich ein endgültiges Bild von Thilo Kehrer in Paris macht. Zum Start war nicht alles schlecht – dennoch hatten sich alle Beteiligten das Debüt des 37-Millionen-Einkaufs sicher anders vorgestellt.