Mal wieder hagelt es Kritik: Cuisance am Scheideweg

Nach einer schwierigen Saison im Trikot des FC Bayern sollte für Michaël Cuisance bei Olympique Marseille alles besser werden. Doch auch beim französischen Erstligisten eckt der 21-jährige Leihspieler an, wird vom Trainer mit deutlichen Worten kritisiert. Steht Cuisance am Scheideweg seiner Karriere?

Michaël Cuisance im Einsatz für Olympique Marseille.
Michaël Cuisance im Einsatz für Olympique Marseille. ©Maxppp

Michaël Cuisance besitzt großes Talent, das steht außer Frage. Dennoch eckt der Mittelfeldspieler immer wieder an. Während seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach (2017-2019) spielte sich der französische Edeltechniker in die Notizbücher einiger Topklubs. Dass der damals 19-Jährige im Sommer 2019 den Wechsel zum FC Bayern forcierte – unter anderem weil er keine Stammplatzgarantie ausgesprochen bekam – stieß bei vielen, insbesondere bei Sportdirektor Max Eberl, auf Unverständnis.

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Beim deutschen Rekordmeister lief es fast schon erwartungsgemäß zäh. In seiner ersten Saison kam Cuisance lediglich zu zehn Einsätzen, stand nur dreimal in der Startelf. Nach nur einem Jahr beendete er das Kapitel wieder und wechselte per Leihe zu Olympique Marseille. Dort tut er sich ebenfalls schwer: Dass OM die vereinbarte Kaufoption, die zwischen zehn und 18 Millionen Euro liegt, zieht, ist Stand jetzt äußerst unwahrscheinlich.

Kritik wird lauter

Erneut hat der 21-Jährige mit Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen. Interimstrainer Nasser Larguet sendet nun bereits das zweite Mal innerhalb der vergangenen Tage mahnende Worte. In Richtung des Linksfußes sagte er auf der heutigen Pressekonferenz: „Heute sage ich ihm, dass er seine Qualitäten in den Dienst der Mannschaft stellen soll, dass er sich selbst in den Dienst der Mannschaft stellen soll.“

Und der Coach wurde noch deutlicher: „Um einen Platz zu gewinnen, muss er sich mit der Mannschaft verbinden.“ Klingt ganz so, als sei Cuisance nicht in die Mannschaft integriert – ist der U20-Nationalspieler ein Außenseiter? Nach Meinung des französischen FT-Korrespondenten Matthieu Margueritte befindet Larguet, dass sich Cuisance „zu wenig um das Team kümmert.“ Er müsse „selbstloser“ werden. Ein eindeutiger Fingerzeig, der die Arbeitsmoral des 1,81-Mannes infrage stellt.

Cuisances letzte Warnung?

Cuisance steht am Scheideweg. Nach einer enttäuschenden Spielzeit beim deutschen Rekordmeister und einer bis dato mäßigen Saison in Frankreich ist das einstige Toptalent unter Druck geraten. Nun muss der in dieser Saison noch torlose Straßburger mit Leistung und Wille überzeugen, denn eine langfristige Zukunft in München ist ebenso wie ein Verbleib in Marseille derzeit kaum denkbar.

Zu Cuisances Verteidigung: Bei Olympique geht es drunter und drüber. Auf Fan-Demonstrationen inklusive Erstürmung des Vereinsgeländes folgte zuletzt die Entlassung von Ex-Trainer André Villas-Boas, der den Klub öffentlich für seine Transferpolitik kritisierte. Ein ideales Umfeld, um sich zu entwickeln, sieht anders aus. Doch klar ist auch: Die Geduld mit Cuisance neigt sich auch in Marseille dem Ende zu – Larguets Warnung könnte die letzte gewesen sein.

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