Vier Spiele, vier Siege: Aston Villas Traumstart

Aston Villa hat einen furiosen Liga-Start hingelegt: Nach vier Spieltagen stehen die Villans auf Platz zwei und sind das einzige Team ohne Punktverlust in der Premier League. Kapitän Jack Grealish überragt bislang als Torjäger, Vorbereiter und Spielgestalter. Vor Kritik schützt ihn der grandiose Auftakt jedoch nicht.

Jack Grealish ist Kapitän von Aston Villa
Jack Grealish ist Kapitän von Aston Villa ©Maxppp

Zwölf Punkte aus vier Spielen, die maximale Punkteausbeute und Platz zwei: Bei Aston Villa läuft es momentan wie am Schnürchen. ‚TalkSPORT‘-Radiomoderator Adrian Durham sucht dennoch das Haar in der Suppe und kritisierte Villa-Kapitän Jack Grealish für seine Spielintelligenz: „Was er braucht, ist individuelles Coaching.“

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Obgleich Grealish nach dem 1:0-Auswärtssieg bei Leicester City am Sonntagabend mit dem Man of the Match-Award ausgezeichnet wurde und auch sonst mit drei Treffern und drei Vorlagen überragend in die neue Spielzeit startete, sieht Durham deutliches Verbesserungspotenzial beim 25-Jährigen.

„Manchmal wirkt er so, als sei er sich nicht ganz bewusst, was er auf dem Platz tut. Gelegentlich ist das auch in Ordnung, weil er brillant sein kann, aber häufig enden seine Aktionen in einer Sackgasse und er behindert das Spiel von Villa“ fügte der Moderator an. Einige Villa-Fans sprangen Grealish daraufhin zur Seite und kritisierten Durhams Worte deutlich: „Das ist die schlechteste Aufnahme, die ich je in meinem Leben gehört habe.“ Ein anderer monierte: „Ungeschlagen. Wie soll er unser Spiel behindern? Adrian hat scheinbar den Verstand verloren.“

Optimaler Saisonstart auch dank Grealish

Tatsächlich wirkt die Kritik des Journalisten überzogen – zurzeit spielt Grealish groß auf und hat offenbar den nächsten Entwicklungsschritt in seiner Karriere genommen. Dass sein Vertrag verlängert werden konnte, ist Villas größter Erfolg im kürzlich abgelaufenen Transferfenster. Der englische Nationalspieler wurde unter anderem von Manchester United und Manchester City umworben, entschied sich jedoch für einen Verbleib.

Auf dem Platz sprüht der technisch beschlagene Rechtsfuß nur so vor Spielfreude. Die teilweise inkonstanten Leistungen der vergangenen Jahre sah man bisher nicht vom Linksaußen. Sechs Scorerpunkte in gerade einmal vier Spielen sprechen eine klare Sprache.

Veränderter Transferfokus: Qualität statt Quantität

Im Sommer des vergangenen Jahres gab Villa mit 159 Millionen Euro von allen englischen Klubs am viertmeisten Geld aus – und das als Premier League-Aufsteiger. Die Spielzeit gestaltete sich jedoch sehr schwierig, erst am letzten Spieltag sicherte man sich durch ein 1:1-Unentschieden bei West Ham United den Klassenerhalt und beendete die Saison auf Platz 17. Von den insgesamt 16 Neuverpflichtungen schlugen nur wenige ein.

In diesem Jahr legte man im Gegensatz dazu mit punktuellen Verstärkungen den Grundstein für die bislang erfolgreiche Spielzeit. Für 83 Millionen Euro wurden Ollie Watkins (24, FC Brentford), Bertrand Traoré (25, Olympique Lyon), Emiliano Martínez (28, FC Arsenal), Matty Cash (23, Nottingham Forrest) und Ross Barkley (26, FC Chelsea) verpflichtet. Bisher schlugen die Neuverpflichtungen voll ein, mit Ausnahme von Traoré sicherten sich alle auf Anhieb einen Stammplatz. Vor allem der Transfer von Barkley, den die Villans selbst als Coup anpriesen, erwies sich als Volltreffer. Der Engländer zieht in seiner neuen, offensiveren Rolle als Zehner die Fäden im Offensivspiel.

Auch Watkins hat sein Potenzial in den ersten vier Spielen bereits angedeutet. Der Transfer des Mittelstürmers war aufgrund der fehlenden Erfahrung im britischen Oberhaus und des teuren Kaufpreises von 33 Millionen Euro von vielen kritisch beäugt worden. Beim unglaublichen 7:2-Sieg gegen den FC Liverpool erzielte der schnelle Rechtsfuß am zweiten Spieltag drei Treffer und war der überragende Mann auf dem Platz.

Zielsetzung

Natürlich ist die Spielzeit noch jung – Aston Villa wird im weiteren Saisonverlauf Federn lassen, Rang zwei nicht halten können. Wie der Rechtsverteidiger Matty Cash gegenüber dem ‚Express & Star‘ am gestrigen Montag erzählte, hat der Klub einen Platz in der oberen Tabellenhälfte als Ziel ausgegeben. Sollten die Villans ihre Topform halten, wird das Team jedoch weiterhin schwierig zu schlagen sein – auch ohne individuelles Coaching für Grealish.

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